Über den Stickstoff des enteiweißten Blutserums

Rudolf Philipp
1913 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Im Anschluß an meine (*) Arbeit über den Reststickstoff und Harnstoffgehalt im Blute von Nephritikern habe ich einige vergleichende Bestimmungen des Filtratstickstoffes nach Fällung mit Phosphorwolframsäure, Uranylacetat und Ferrum oxydatum dialysatum ausgeführt, deren Resultate ich im folgenden mitteile. Weiters habe ich die Methode der Harnstoffspaltung im Autoklaven, wie sie von Henriques( 2 ) und Gammeltoft angegeben wurde, mit der Spaltung nach Kjeldahl verglichen. Ein Mangel lag bisher
more » ... angel lag bisher darin, daß man keine ideale Methode der Enteiweißung hatte. Und die Resultate, die man für den Reststickstoff erhielt -ich fasse hier diesen Begriff weiter und bezeichne damit aueh den Filtratstickstoff nach Enteiweißung mit den oben genannten Methoden -, waren nicht ohne weiteres vergleichbar. Denn nach der Hitzekoagulation bleiben im Filtrat außer den krystalloiden stickstoffhaltigen Stoffen des Blutserums auch noch einige KolUnde, nämlich Serummucoid, Albumosen und Proteinsäuren, also auch niedere Eiweißkörper. Um vollkommen zu enteiweißen und Krystalloide von Kolloiden zu trennen, verwendet man besser die Eiweißfällung, mit Metallsalzen. Doch muß man sich vor Augen halten, daß der auf diese Weise erhaltene Filtratstickstoff nicht mit dem' Reststickstoff im engeren Sinne identisch ist, worunter man eben nur den Filtratstickstoff nach Hitzekoagulation versteht. Und in dieser Hinsicht wurde in neuerer Zeit das von Kowalewski( 3 ) angegebene Uranylacetat von
doi:10.1515/bchm2.1913.86.6.494 fatcat:iefkbibsejdlpodwtbrulkucpa