Ein fränkisches Gräberfeld bei Lamersdorf, Kreis Düren

Wilhelm Piepers
2020
Ein frankisches Graberfeld wurde vom Rheinischen Landesmuseum Bonn ausgegraben, weil es durch den Abbau von Braunkohle gefahrdet war. Es lag unmittelbar westlich Lamersdorf (Mbl. 5104 Duren, Koord. h 34970-35020, r 24450-24500). Als wir bei einer Gelandebegehung frankische Graber in den Profilen einer grofieren Grube im Vorfeld des Aufschlusses Tndenc feststellten, war gewifi ein erheblicher Teil bereits abgebaggert. Den Zustand des Graberfeldes bei der Entdeckung gibt Taf. 53 wieder. Den
more » ... 3 wieder. Den urspriinglichen Umfang nach Westen vermochten wir nicht mehr zu erfassen. Zudem teilte eine von Westen nach Osten keilformig vorgetriebene Grube das Graberfeld bereits in zwei Teile. Wahrend unserer Grabung, vom 15. September bis 4. November 1960, drangen die Abbau-Arbeiten des Braunkohletagebaues weiter nach Westen vor. In dieser Zeit wurden keine Graber mehr zerstdrt. Somit steht fest, dafi 25 bis 30 m westlich unseres Grabungsgelandes die Grenze des Graberfeldes erreicht war. Nach Norden wurden in den Profilen der Grube liber unsere Grabungsgrenzen hinaus keine Bestattungen wahrgenommen. Im Siiden bildete ein alter Feldweg, der bis zur Tiefe von 2 m als Hohlweg die Ackerflur durchschnitt, die Grenze der Nekropole (Abb. 1). Wenn auch einige Graber (Taf. 53: Grab 6, 17 und 25) von der Boschung des Hohlweges iiberschnitten wurden, so fanden wir siidlich des 6 bis 8 m breiten Weges keine Graber mehr. Nach Osten, in Richtung auf den Ort Lamersdorf, haben wir das Graberfeld nur so weit untersucht, als es nach den Planen der Grubendirektion durch den Tagebau Tndenc gefahrdet war. Dafi es sich nach Osten noch weiter ausdehnt, ist nach Lage der Graber 33, 35, 80 und 87, hart an der Grenze unserer untersuchten Flache, ziemlich sicher. Da der ungefahrdete Gelandestreifen in absehbarer Zeit nicht untersucht werden kann, hielten wir es fiir zweckmafiig, die Ergebnisse der bisherigen Grabung vorzulegen. Die Rheinische AG fiir Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation hat unsere Arbeiten tatkraftig unterstiitzt. Der Flecken Lamersdorf liegt an der alten Inde-Uferstrafie, die von Jiilich uber Inden nach Weisweiler fiihrt. Von einem weiten, nach Westen hin offenen Bogen der Inde wird er dstlich umschlossen. Die Inde und ihre feuchte, friiher sumpfige Talaue bildeten eine gewisse natiirliche Grenze, so dafi der Ort starker nach Westen, zu den fruchtbaren Lbfifluren, den Auslaufern der sog. Aldenhovener Platte1, als nach Osten aus-Vorbemerkung. Bei der Ausgrabung auf dem frankischen Graberfeld bei Lamersdorf wurden auch eine rbmische Wasserleitung sowie einige bandkeramische Gruben angeschnitten und untersucht. Die Er gebnisse werden unten S. 442 mitgeteilt. B K. Gatzen, Die Aldenhovener Platte; Ackerborde und Kohlenrevier. In: Festschrift Theodor Kraus. Wirtschaftsund sozialgeographische Themen zur Landeskunde (Bad Godesberg 1959) 225 ft. 13) J. Rbder, Pfahl und Menhir. Studien zur westeuropaischen Altertumskunde Bd. 1 (Neuwied 1949);
doi:10.11588/bjb.1963.0.75585 fatcat:ma7bstjtirfxtimw53epb7wlea