Neue Wege der Parteienfinanzierung

Oliver W. Lembcke
2009 Zeitschrift für Parlamentsfragen  
Rezensionen Neu waren die Personen (aus den Bewegungen kommend) und die Th emen, aber sie schufen kein neues Parlament. Ihnen gelang es, die Oppositionsarbeit zu beleben (mehr Große und Kleine Anfragen, mehr Aktuelle Stunden) und damit Kritik, Kontrolle und Alternative als Oppositionsfunktionen sichtbarer zu machen. Aber das sagt nur, dass die Grünen bienenfl eißig waren, nicht, dass sie Strukturen verändert hätten. Eckart Stratmann, damals einer der führenden Fraktionslinken, brachte es auf
more » ... Punkt: "Im Grunde kommt man durch Erfahrung zu Strukturen, die die anderen schon lange haben -und die wir lange bekämpft haben." Mit dem Buch wird die parlamentarische Frühgeschichte der Grünen exzellent erschlossen. Zustande gekommen ist eine überaus sorgfältige, zuverlässige Edition, die sich phantasievoll, aber präzise auf die fragmentierten Realitäten alternativer Bürokratie, wie sie die frühen Fraktionsjahre prägten, einlässt. Dazu gehören: eine behutsame, sachverständige Kommentierung; ein Glossar, das hilft, sich rasch in dem Gewirr von Untergruppierungen zurecht zu fi nden, das die grüne von den etablierten Fraktionen unterschied; ein Personenregister und vollständige Kurzbiographien von Abgeordneten; transparente Kriterien der Dokumentenauswahl. Für die Verfeinerung unseres historischen Wissens über die Grünen liegt damit eine hervorragende Quelle vor. Sie kann und sollte auch weitere zeithistorische Forschung anregen. Es ist wünschenswert, dass diese Edition über 1987 hinaus fortgeführt wird. Volksparteien zählen zweifelsohne zu den wichtigsten Errungenschaften demokratischer Massengesellschaften. Sie unterscheiden sich von anderen Parteitypen durch ihre Integrationsfähigkeit. Anders als so genannte Klientelparteien richten sich Volksparteien nicht an bestimmte Klassen oder Schichten der Bevölkerung, sondern an jedermann, und zwar sowohl hinsichtlich der Mitgliedschaft als auch der Wählbarkeit. Sie leben von der Zustimmung aus den unterschiedlichen Milieus und nähren sich von der Chance, durch ihr programmatisches und personelles Angebot alte Anhänger zu mobilisieren und neue hinzuzugewinnen -über alle Grenzen sozioökonomischer Unterschiede, religiöser Prägunhttps://doi.
doi:10.5771/0340-1758-2009-1-222 fatcat:i44jeig66rhmjow3pmmwcqxqam