Zur Phthisistherapie (Fortsetzung aus No. 24.)

Ludw. Rohden
1883 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Die Therapie infeetiöser Krankheiten, wenn sie sieh ausser Stande sieht, den eingedrungenen Infectionsstofî aus dem Organismus zu entfernen oder innerhalb desselben zu neutralisiren, beschränkt sich in den letzten Decennien vernünftigerweise darauf, die Körperkräfte hoclizuhalten, den Körper solange aufrecht zu erhalten, bis das eingedrungene Gift sich ausgetoht hat, d. h. innerhalb des Organismus. in unschädliche Stoffe umgewandelt worden ist. Typhus, Masern, Scharlach, Pocken, Pneumonie, von
more » ... en, Pneumonie, von einer gewissen Schule auch die Syphilis, werden nicht anders behandelt. Die dabei angewandten Methoden laufen allesammt auf eine je nach der Individualität des Kranken mehr oder weniger energische Anregung des Stoffwechsels hinaus. Nun, bevor noch der Bacillus auch nur erträumt worden ist, ging die Phthisistherapie, empirisch belehrt, diese Wege, und mag sie auch in den letzten 20 Jahren auf mehr speculativem Wege vorangegangen sein, selbst die auf diesem Wege erreichten Methoden waren weiter nichts als Bestrebungen, die Stoffwechselvorgänge zu steigern , und zwar deni Gange unserer geistigen Entwickelung gemäss gewaltsamer und dabei in der Anwendung ein-förmiger, als alle bisherigen. So kamen die Rauhheiten winterlicher Hochgebirgs-und Nordsee-Klimate, so kamen die hydropathischen Gewaltproceduren in, zuerst meist begeisterte, Aufnahnze, während die derbe fette Hausmannskost der B r e hrn er 'sehen Methode mit ihrem obb-
doi:10.1055/s-0029-1197256 fatcat:cnmvhr6t55fuvfxjbvpkv4ce4a