Das Promotionsstudium in der Rechtswissenschaft

Denis Basak, Judith Brockmann, Jan-Hendrik Dietrich, Florian Gröblinghoff, Urs Kramer, Julian Krüper, Arne Pilniok
2014 Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft  
Promotionsstudium" klingt wie ein Widerspruch in sich -haben Promovierende mit Beginn der Promotion das Studieren und Lernen nicht hinter sich gelassen? "Keineswegs" lautet die Antwort der Befürworterinnen und Befürworter strukturierter Promotionsprogramme. Vielmehr biete die Promotionsphase Gelegenheit, vertiefte methodische und themenspezifische Kenntnisse zu erlangen. Doch wie lässt sich das Konzept eines Promotionsstudiums in der deutschen Rechtswissenschaft umsetzen? Der folgende Beitrag
more » ... folgende Beitrag nimmt die fünfte Jahrestagung des Zentrums für rechtswissenschaftliche Fachdidaktik am 18. und 19. März 2014 in Hamburg zum Anlass, dieser Frage nachzugehen. Die juristische Promotion: Attraktivität und neue Wege Die Erlangung eines Doktortitels ist in Deutschland für viele Absolventinnen und Absolventen augenscheinlich hochgradig attraktiv: Die Promotionsraten bewegen sich im internationalen Vergleich in der Spitzengruppe. 1 In der Rechtswissenschaft lag der Anteil der erfolgreichen Promotionen zuletzt bei über 15% der Absolventinnen und Absolventen; in den Jahren 2007 bis 2009 wurden im Mittel 1.641 Promotionen abgeschlossen. 2 Ein wesentlicher Grund für die relativ hohen Zahlen dürfte sein, dass der Doktortitel hierzulande nicht ausschließlich als Basis für eine wissenschaftliche Karriere, sondern auch als generell karrierefördernd erachtet wird. Damit korrespondieren meist bevorzugte Einstellung, höhere Gehälter 3 und bessere Aufstiegschancen. Die typische deutsche juristische Promotion läuft anders ab als in vielen anderen Disziplinen oder im Ausland, wo vielfach in Anlehnung an das US-amerikanische Modell oder die dritte Phase des gestuften Studiums im Sinne des Bologna-Prozes-A.
doi:10.5771/2196-7261-2014-1-61 fatcat:56ajwgynwzbqffwsn5okfd4j5i