I. Beiträge zur Symptomatologie und Therapie der Migraine

W. B. Neftel
1890 Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten  
Es unterliegt wohl keinem Zweife], dass die Behandlung der Hemicranie jetzt bessere Resultate aufzuweisen vermag~ als das noch unliingst der Fall war, was weniger der Einfiihrung yon neuen Heilmitteln, als der grfindlicheren Erkenntniss der Krankheit zu verdanken ist. Indessen lasst die Therapie der Migraine auch jetzt noch vieles zu wfinschen fibrig; namentlich lasst sie oft vSllig im Stich in veralteten Fiillen, besonders bei hereditar belasteten Kranken, so dass einige Anhaltspunkte zur
more » ... greicheren Behandlung dieser sehr haufigen Krankheitsform dem practischen Arzte nocb immer willkommen erscheinen mSgen. Die Auffassung der Hemicranie als vasomotorische Neurose, ihre Eintheilung in die spastische und paralytische Form ist sicherlich der objectiven Beobaehtung und dem subjectiven Geffihle entnommen und hat sich auch bei der Behandlung vielfach, wenn auch keineswegs immer bewahrt. Nut erwarte man durchaus nicht in praxi reinen Fallen der spastischen oder paralytischen Form haufig zn begegnen; vielmehr sind diese letzteren verhliltnissmassig seltene Ausnahmeflille. Viel hliufiger kommen die mannigfachen Mischformen vor, in denen beide Zustande bei demselben Patienten, ja in demselben Anfalle nach einander abzuwechseIn pflegen. Noch gewiihnlicher aber sind die Falle, in welchen fibe~'haupt weder der angioparalytische, noch der spastische Zustand irgend wie ausgeprligt ist.
doi:10.1007/bf02162974 fatcat:6xbhylfyybel3ols436bsbu62q