Maßregeln gegen die Lungenpest

Erich Martini
1915 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Der gegenwärtige Weltkrieg bringt uns nicht allein durch Angriffe der Waffen, 8ondern auch durch sokhe von Seucheri größere Gefahr als alle bisherigen. Die letzteren haben diesmal bessere Gelegenheiten als je, bis aus den entferntesten Gegenden zu uns zu gelangen, da selbst bis aus Ostasien und der Südsee Feinde gegen uns herangebracht werden. Die Hauptgefahr droht wie meist aus dem nahen und fernen Osten, wo unter anderm Ruhr, Typhus. Flecktyphus, Pocken, Cholera und Pest andauernd zu Hause
more » ... dauernd zu Hause sind. Dabei muB damit gerechnet werden, daß weder bei den Russen noch bei den Engländern, die in erster Linie diese zum Teil haibwilden Elemente gegen uns loslassen, etwas Durchgreifendes gegen Seuchen unternommen wird. Wie die Russen in dieser Hinsicht arbeiten, dafür bietet einen interessanten Beleg ein Erlebnis meines Lehrers Robert Koch, das er gelegentlich einmal erzählte: Er fragte einen russischen Bevollmächtigten während eines Seuchenkongresses, warum denn in Rußland garnichts gegen die betreffende Seuche geschehe, während doch sehr große Mittel für diese Zwecke zur Verfügung gestellt seien. "Ach, 1. Januar 1915.
doi:10.1055/s-0029-1190876 fatcat:hxj4fb2sqjhmff64skecm57nt4