Notizen: Komplementäre Genwirkung bei der Vergärung von Palatinose durch Hefen der Gattung Saccharomyces

C. C. Emeis
1962 Zeitschrift für Naturforschung. B, A journal of chemical sciences  
In einer früheren A rb e it1 konnten wir zeigen, daß das Disaccharid "Palatinose" (a-Glucosido-6-fructofuranose)2,3 durch eine Reihe von Hefen vergoren werden kann. Kreuzungsversuche mit verschiedenen Hefestäm men der Gattung Saccharomyces ergaben das Vorliegen eines spezifischen Gens P und damit vermutlich eines spezifischen Enzyms für die Spaltung der Palatinose. Weiter konnte aus den Versuchen abgeleitet werden, daß das von den untersuchten Hefen gebildete Enzym zur Spaltung der Maltose
more » ... ng der Maltose keine Spaltung der Palati nose bewirkt und umgekehrt. In neuen Untersuchungen mit verschiedenen Palati nose nicht vergärenden Hefen zeigte sich nun, daß neben dem Gen P ein zweiter Faktor vorhanden sein muß, um die Vergärung der Palatinose zu gewähr leisten. Bei der Kreuzung zweier haploider Hefestämme (Stamm [M R A 3] a und Stamm [d 6 -1 b] a ) , die beide Maltose, aber keine Palatinose vergären können, wurde ein Bastard erhalten, der zur Vergärung der Pala tinose befähigt war. Dieser Befund ließ das Vorliegen komplementärer Gene für die Vergärung der Palatinose vermuten. Durch eine anschließende Erbanalyse konnte diese Vermutung bestätigt werden. Von dem Bastard [M R A 3J X [d 6 -1 b] wurden mit der Massenisolationstechnik 5 die Sporen isoliert und 96 Einsporkulturen auf die Vergärung von Palatinose und Maltose geprüft. A lle Einsporkulturen konnten, wie erwartet, Maltose vergären, dagegen vergoren nur 26 Einsporkulturen die Palatinose. W ir erhielten also für die Palatinosevergärung ein Aufspaltungsverhältnis: Vergärer : Nichtvergärer = 26 : 70.
doi:10.1515/znb-1962-0922 fatcat:mqjhvwxuqzebreppnvovaqreta