Auf den Spuren von Alix Hänsel im Museum für Vor- und Frühgeschichte

Geraldine Saherwala
2020
Ende Oktober 2013 wurde ich gefragt, ob ich mich mit einem Beitrag über die gemeinsame Tätigkeit mit Frau Dr. Alix Hänsel anlässlich ihres im Mai 2014 anstehenden Ruhestandes beteiligen würde. Zwar hatte mir Frau Hänsel immer wieder berichtet, dass sie plane, früher ihren Dienst bei den Museen zu beenden. Aber dass sie, die immer sehr aktiv und engagiert war, was die Belange des Museums betraf, die mit großem Durchsetzungsvermögen viel auf den Weg gebracht hat, wirklich vor der Zeit gehen will,
more » ... er Zeit gehen will, das konnte ich mir nicht vorstellen. Lange habe ich über diesen Beitrag nachgedacht. Fast 27 Jahre haben wir mehr oder minder intensiv und konstruktiv zusammen gearbeitet. Eigentlich, so dachte ich, dürfte es ja nicht so schwierig sein, ein paar Seiten zu formulieren. Aber weit gefehlt! Es war Anfang der 1980er Jahre, anlässlich einer Ausstellungseröffnung -leider ist mir nicht eingefallen, welche Ausstellung es war -, als ich Frau Dr. Hänsel, damals noch Dr. Alix Hochstetter, kennenlernte. In der Zeit bis zur Ihrer Anstellung als Kustodin am Museum für Vor-und Frühgeschichte im Jahre 1986 erkannte ich schnell, dass sie nicht nur großes Interesse an der Vermittlung von Museumsinhalten, sondern auch eine Gabe dafür hatte -und das für alle Zielgruppen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene. So kam es, wie nicht anders zu erwarten, zu einer ersten, engeren Zusammenarbeit. Sie erhielt den Auftrag, für die Heftreihe des Pädagogischen Dienstes, wie sich die Besucher-Dienste der Staatlichen Museen damals noch nannten, eine kleine Publikation zum Thema "Slawen und Deutsche zwischen Elbe und Oder -Vor 1000 Jahren: Der Slawenaufstand von 983", anlässlich der gleichnamigen Sonderausstellung im Museum für Vor-und Frühgeschichte, zu erarbeiten. Zielgruppe waren die 7. Klassen der Sekundarstufe I, die im Rahmen des Geschichtsunterrichtes unter dem Kapitel "Das Abendland und seine Nachbarn (Siedlungsformen und Kultur der Slawen östlich der Elbe und die deutsche Ostbesiedlung)" dieses Thema behandelten. Das Heft erschien 1983 (Abb. 1) und wurde -auch nach Ende der Sonderausstellung -besonders seitens der Lehrer weitergenutzt. 1987, jetzt bereits ein ganzes Jahr Kustodin am Museum, erarbeitete sie gemeinsam mit Frau Dr. Eva Strommenger und mir ein wissenschaftliches und didaktisches Konzept für eine Dauerausstellung zu den ältesten Hochkulturen Europas und Vorderasiens, die zwischen 1989 und 2001 im Erdgeschoss des Langhansbaus des Schlosses Charlottenburg gezeigt wurde. In der durch Soffitten verfremdeten kulissenartigen Ausstellungsarchitektur von Ralf Schüler informierte eine Folge archäo-Abb. 1 Titelblatt des Heftes "Slawen und Deutsche zwischen Elbe und Oder -Vor 1000 Jahren: Der Slawenaufstand von 983", das 1983, anlässlich der gleichnamigen Sonderausstellung im Museum für Vor-und Frühgeschichte, erschien.
doi:10.11588/apa.2014.0.71282 fatcat:6z6hw5jca5em5o7eo34ezmlgoa