Notiz über vikarirende Stoffe in Alaunen

Adolph Kenngott
1855 Journal für Praktische Chemie  
Wenn schon das Auftreten verschiedenartiger Verbindungen in der Rolle vikarirender Bestandtheile insofern von Bedeutung ist, dass gewisse organische Verbindungen unorganische Elemente oder Verbindungen vertreten konnen, ohne dass dadurch die Krystallgestalten verandert werden, so muss es um so mehr auffallen, wenn Multipla beliebiger Art dieselbe Geltung haben, wie das Einfache und daher die Atomvolume und Aequivalente in keinem Verhiiltnisse zur Krystsllgestalt zu stehen scheinen. Herr G e r h
more » ... einen. Herr G e r h a r d Tom R a t h (vergl. meine Uebersicht der Resultate mineral. Forsch. im J. 1853. 91) hat durch seine wichtigen Untersuchungen iiber die mit den Namen Skapolith, Mejonit, Wernerit u. s. f. benannten Minersle ein eigenthiimliches Verhiiltniss herausgefunden, welches in den Formelxf der beziiglichen Minerale obzuwrzlten scheint und von den bisherigen Ansichten iiber vikarirende Stoffe abweicht. Er fand namlich, dass der Mejonit = 3RO. Si03 + 2(A1203. Si03) Skapolith = 3RO.2sio3 -/-2(A1203. Si03) Wernerit (von Gouverneur) = 3(RO .Si03) +2(A1,03. Si03) sei, oder dass, wenn wir die Formeln in anderer Weise harmonisch schreiben, der Mejonit = 3R0.Si03 +2(A1203 .Si03) sei, mithin also die Isomorphie nicht gestijrt werde, wenn zu einer bestimmten zusammengesetzten Verbindung Kieselslure in wechselnden, wie es scheint beliebigen Verhiiltnissen hinzutrete. Die Folgerungen einer solchen Erscheinung sind in Bezug auf das Verhaltniss zwischen chemischer Consti-
doi:10.1002/prac.18550640180 fatcat:q4o4ovcvcrdm5obrjlqagavvge