SCHREIBEN, WIE GODARD FILME MACHT

OEAW
2020 digital humanities austria 2018. empowering researchers   unpublished
Based on the oeuvre of the Austrian writer Werner Kofler (1947-2011) the article focusses on the question how intermediality can be situated in the field of Digital Humanities. Als Roman Jakobson 1959 seinen berühmt gewordenen Vortrag über die Zusammenhänge von Linguistik und Poetik hielt, war für ihn und sein Publikum der Gedanke an die "Ilias" oder "Odyssee" als Comic ein lächerlicher. 1 Heute ist uns dieser Gedanke ein vertrauter, mehr oder weniger die halbe kanonisierte Weltliteratur liegt
more » ... eltliteratur liegt als Comic oder Graphic Novel vor. Die Ausführungen des Semiotikers und Linguisten Jakobson zeugen davon, wie spätestens um die Mitte des 20. Jahrhunderts das Laokoon-Paradigma -die in Lessings Schrift geforderte Trennung von Text und Bild -auch in der Literaturwissenschaft seine Gültigkeit einzubüßen beginnt, nachdem zuvor den Avantgarden zu Beginn des 20. Jahrhunderts an medialen Grenzüberschreitungen zu tun gewesen war. Jakobson spricht von einer "Vergleichbarkeit der verschiedenen Künste". 2 Es wird aber bis ins letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts dauern, bis die Intermedialität in den Mittelpunkt literaturwissenschaftlichen -und zu Beginn speziell des komparatistischen -Forschungsinteresses rückt; im Rückblick machte man gar einen "intermedial turn" in der Mitte der 1990er Jahre fest. 3 Vor dem Hintergrund einer auch im deutschsprachigen Raum ungebrochen umtriebigen Intermedialitätsforschung 4 will sich mein Beitrag anhand eines anlaufenden literaturwissenschaftlichen Editionsprojekts mit der Frage beschäftigen, ob und wie sich Intermedialität als Forschungsgegenstand im Rahmen der digitalen Geisteswissenschaften positionieren (und fruchtbar machen) lässt.
doi:10.1553/dha-proceedings2018s145 fatcat:mchev4fwybfxbjbonwtewpdl7a