XVIII. Die Krystallformen der Chloroplatinate der aliphatischen Amine, mit besonderer Berilckslchtigang Ihrer morphotropen Beziehungen

A. Ries
1902 Zeitschrift für Kristallographie - Crystalline Materials  
A. Bies in München. (Mit 66 Textfiguren.) Einleitung. Literatur. A. Sella, Sülle forme cristalline di alcuni sali derivati dali' ammoniaca. Mem. d. R. Accad. d. sc. di Torino, 1863.(2) 20, 35ü-419. Th. Hiortdahl, Krystallographisch-chemische Untersuchungen. Diese Zeitschr. 1882, 6, 456 ff. Ref. diese Zeitschr. 8, 246 f. H. Topsoe, Oversigt o. d. k. Dan. Vidensk. Selsk. Forh. 1882, sowie Sitzungsber. d. Wiener Akademie 1876, 73 (II), 87 ff. J. A. Le Bei, Ceber die Krystallform der
more » ... der Chloroplatinate der Diamine. Compt. rend. 1897, 125, 351-3S4. Ref. diese Zeitschr. 31, 64. Von den Ghloroplatinaten der aliphatischen Amine ist bis in die letzte Zeit nur die Reihe der primären Amine (Methylamin -Isopropylamin) vollständig krystallographisch beschrieben worden. Eine erschöpfende Durchforschung derjenigen der Di-und Triamine ermöglichte Herr J. A. Le Bei in Paris. Derselbe stellte fast sämmtliche möglichen Di-und Trisubstitutionsproducte her, welche sich durch die Combination von Methyl, Aethyl, Propyl, Isopropyl und zum Theil auch von Butyl-und Isobutylradicalen ergeben. Die Chloroplatinate der Diamine sind von ihm selbst krystallographisch untersucht worden. Er hat jedoch nur als Quintessenz dieser Untersuchungen die Axenverhältnisse und specifischen Gewichte dieser Substanzen veröffentlicht (Compt. rend. 1897, 125, 351-354; ref. diese Zeitschr. 31, 64). Die Bearbeitung der Triaminchloroplatinate, welche J. A. Le Bei darstellte, wurde von Demselben dem Verf. vorliegender Arbeit überlassen.; Um die Krystallformen dieser Körper mit denen der Diaminchloroplatinate Qroth, Zeitschrift f. KrystaHogr. XXXVI. 21 Brought to you by | New York University Bobst Library Technical Services Authenticated Download Date | 7/29/15 8:49 PM 322 A. Ries. vergleichen zu können, war es aber nothwendig, dass auch von den letzteren eingehender der Krystallhabitus, Spaltbarkeit etc. constatirt wurden. Herr J. A. Le Bei hat zu diesem Zwecke in zuvorkommendster Weise seine Notizen, sowie noch vorhandenes Material überlassen. Dafür sei auch an dieser Stelle geziemender Dank ausgesprochen. Die Chloroplatinate der Monamine sind zwar, wie erwähnt, bereits bis zum Isopropylaminplatinchlorid aufwärts krystallographisch untersucht worden. Ueber die Volumgewichte dieser Körper mit Ausnahme des Aethylaminplatinchlorids lagen aber keine Angaben vor. Auch die Angaben über Cohäsionsverhältnisse, Umwandlung etc. waren nur sehr unvollständig. Da zur Auffindung der gesetzmässigen Beziehungen die Vergleichung der topischen Axenverhältnisse der Glieder dieser und der übrigen Gruppen nothwendig war, so habe ich diese Salze nochmals hergestellt, und hierbei auch theilweise Ergänzungen und Berichtigungen in den krystallographischen Angaben machen können. Die Behandlung der grossen Gruppe der Amin-und Ammoniumbasen gedenke ich in der Weise vorzunehmen, dass ich zuerst eine eingehende Beschreibung der theils zum ersten Male untersuchten, theils neu überarbeiteten Körper gebe. Bei Beschreibung und Aufzählung derselben folge ich ihrer natürlichen chemischen Ordnung; ich beginne mit den Monaminen und zwar mit Methylaminplatinchlorid, als dem am wenigsten Kohlenstoff enthaltenden Körper; hieran schliessen sich, wie auch später bei den Diund Triaminen, die Körper mit stetig wachsender Zahl der Kohlenstoffatome. Von zahlreichen hier behandelten Basen sind auch die Bromoplatinate, sowie analog zusammengesetzte Zinnchloridverbindungeu dargestellt. Die krystallographische Beschreibung derselben erfolgt im unmittelbaren Anschlüsse an die des entsprechenden Chloroplatinates. Im Verlaufe der Untersuchungen ergab sich die Thatsaehe, dass zahlreiche vom Ammoniumplatinchlorid durch Substitution ihrer Wasserstoffatome durch Alkoholradicale sich ableitende Verbindungen regulär, oder pseudoregulär krystallisiren, aber verschiedene Structur, nämlich oktagdrische, hexagdrische und zum Theil auch dodekaedrische Spaltbarkeit besitzen. Es war darum nothwendig, auch die krystallographischen Verhältnisse ihrer Muttersubstanz, nämlich des Ammoniumplatinchlorids, mit besonderer Berücksichtigung von dessen Structurverhältnissen näher zu untersuchen und zu beschreiben. Ammoniumplatinohlorid PtGl^ [iVfl4]2. Kubisch. Spec. Gew. 3,065. Tops0e. Aus heisser wässeriger Lösung erhielt ich durch sehr langsame Abkühlung sehr grosse Krystalle von oktaedrischem Habitus, an welchen das Hexaeder mit kleinen Flächen entwickelt war. Die Kantenlänge des Okta-Brought to you by | New York University Bobst Library Technical Services Authenticated Download Date | 7/29/15 8:49 PM 1) I. 0. ist irrthiimlich 810 27f' als Normalenwinkel angegeben. 2) Im Referate diese Zeitschr. 4, 323 ist rälschlich angegeben: (0001) : (0221) -CIO 4' berechnet, statt (0001) : (1011).
doi:10.1524/zkri.1902.36.1.321 fatcat:tygk46ejozbctk5hlilsaaidle