Gestern Fortschritt - heute Schrott? Preisverleihung zum bundesweiten Foto- und Filmwettbewerb "BeDenkmal" Startschuß für den neuen Wettbewerb

Die Redaktion
2020
Alltagshistoriker der Gegenwart), sie aber mit den jeweiligen Selbst verständlichkeiten der Zeit einfärbte. Weder "arbeitete" der Hoch meister, noch war er "der erste Diener seines Staates". Vielmehr war er ein adliger Fürst und führte eine repräsentative Existenz in so weitem Abstand von den einfachen Leuten, daß sie erschraken, wenn sie ihm und seinem Gefolge auf der Landstraße begegneten. -A. Uyttebrouck (Brüssel), "Quelques aspects de la vie quotidienne ä la Cour de Brabant (fin XI Vedebut
more » ... Ve siede)" ging unter anderem auf die Geschenkpraxis des Hofes zu Neujahr ein, aus welchem Anlaß im Westen allen Hofangehörigen nach Rang gestaffelt "etrennes" ausgereicht wurden, und er konnte zeigen, wie individuell verschie den die Frequenz von Bällen, Jagden, Turnieren unter den einzelnen Herrschern gewesen ist. -U. Dirlmeier/G. Fouquet (Siegen), konnten ihren (von G. Fouquet verlesenen) Vortrag über "Alltag in der Hofhaltung des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458 bis 1478)" auf eine im Reich einzigartige Quelle stützen, ein autographes Haushaltsbuch eines kleineren Bischofs und Reichsfürsten, dessen Gesamtausgaben (soweit über diese Kasse abgerechnet) der Herzog von Burgund für ein einziges Juwel ausgab. Der Bischof war alles andere als ein Verschwender, was die verbreitete Vorstellung vom Adel, der nicht haushalten könne, Lügen straft. So dürftig sein Einkommen war und so familiär er sich geben konnte, so sehr hielt er sich aber doch an das Gesetz von Abstand und Gabe und hohem Konsum bei besonderen Gelegenheiten, wie ebenfalls etwa zu Neu jahr. -In ganz andere Verhältnisse führte zum Schluß A. Kubinyi (Budapest), "Alltag um 1500 am ungarischen Königshof der Jagiellonen 1490-1526". Aus dem detaillierten Gesamtbild etwas heraus zulösen, fällt schwer. Frappierend aber waren die Folgen für den Hof, wenn es keine Königin gab (Tanzfeste fanden dann kaum statt), und die Spuren archaischer Personenbeziehungen bei den erblichen Tür hütern und Köchen, zum Teil Fremden, die aus bestimmten Dörfern kamen.
doi:10.11588/bus.1992.2.72708 fatcat:6lpyniafkrbj3of7taptvi46nm