Untersuchung über die Umwendbewegung des Armes an Querschnitten

A. Friedel
1922 Anatomy and Embryology  
Es gibt keine ~[ethode, die anatomische Tatsachen so schnell dem Praktiker vergegenw&rtigte wie Querschnitte dureh einen KSrperteil, eine ~?berlegung, die wohl auch Pirogo/~ zu seinem groBen Werke veranlaBte, undes gibt fiir die wisser~ehaftliche Betrachtung keine ~[ethode, die Ergebnisse der Erforschung eines KSrperteils iibersichtlicher zusammenfM3te Ms eine systematisch angeordnete Reihe yon Querschnitten, die als EinzelfM1 jedoch stets der Ergi~nzung an ~'SBerem Material bedarf. Ein
more » ... bedarf. Ein besonders dankbares Gebiet bilden die oberen menschlichen Gliedmal3en mit ihren Bewegungen, yon denen es wohl viete Quersehnittbilder ~bt, doeh keine systematiseh angelegt.e t~eihe und keine, in denen der Untersehied der Umwendbewegung zum Ausdruek kommt, wie sieh die Skelettst/icke umstelien, welche Formver~nderungen die Muskeln in ihren Fascienf~tehern eingehen, welehe Lage~er~nderungen Nerven und Gef-~f3e vornehmen, and welche gotle das Fettpolster dabei spielt. Dies alles in Verbindung mit der Haul maeht dann erst den Formenweehsel versti~ndlieh und erlaubt, die vorhandenen Darstellungen zu bespreeherx. Fiir das gtitigsg zur Verfiigung gestellte 5'iateriM sage ieh Herrn Professor Dr. R. Fick, dem Direktor der Anagomisehen Anstalt, meinen Dank. Es warden yon einer wohlgebauten mi~nnliehen Leiehe mittlerer Jahre die beiden Arme mit Sehutterbli~gtern abgel6st und die Blutgef~l~e mit Gelatine-f~rbl6sung gefiillt. Danaeh wurde der l i~z/se Arm mit rfiekgewendetem Handr/icken (in Supination, wofiir ieh "in giiekwendung" setzen witl), der rechte Arm mit vorgewandtem Itandrfieken (in Pronation, wofiir ieh kurz "in Vorwendung" setzen werde) auf einer Cramer-Sehiene befestigt.. Den Sehulterblgttern, deren irmere t~gnder den Sehienen gleiehgerichtet ~-erl~ufen, wird dutch Heben des i~uBeren gandes eine Neigung gegeben yon etwa 30 ° mit der HorizontMebene der Unterlage, w~s ihrer mutmM31ichen Stetlung am K6rper nahekommen diirfte. Nach dieser Befestigung der Sehulterblgtter ~ird am linken 3xm der Handrtieken auf der Sehiene befestigt, in einer Stellung, die der Grenzstellung der Auswartswendung sowohl in den Ellenspeichengelenken als auch im Sehulter-A. Fd~d~l: Untersuchung ti}mv die Umx~endhew"%"n:l'., des Armes an Querschmt.ten. 559 gelenk entsprieht. Am reohten Arm wird {tie tIandflgehe auf der Schiene befestigt ; es wird Mso eine Umwendbewegung yon der Hand aus vorgenommen, deren Weiterffihrung noeh mSglich gewesen wgre, mit, hin nioht Ms Grenzstellung anzusehen ist. Dabei erstreekte sieh die Bewegung sowohl auf das Ellbogengelenk als aueh das 8ohultergetenk; auf das Ellenspeiehenge]enk Ms Vorwendbewegung (Pronation), auf das 8ehultergelenk als Einwttrtskreiselung. In diesen Lagen werden beide Arme in FormMin gehitrtet und geben folgendes Bild und Mal3e, nach denen die Ftihrungslinien f/it die beabsieht.igten Quersehnitte angemerkt werden: Beide ~4zme sind dem Augensehein naeh yon gleicher St.:arke, der ieehte einw~rtsgekreiselt.e Arm mit vorgewandtem Handrfieken erseheint kfirzer. Auf (;fund vereinzetter Beobaehtungen am Lebenden ist die M6glichkeit nicht yon der Hand zu weisen, dal3 bei der Umwendbewegung eine Lgngengnderung des ganzert Armes stattfinden kann, sei es dutch ein Hinaufsehrauben der Sehultergelenkkapsel, sei es dutch die Stetlungsi~nderung der Unterarmknoehen. Eine genaue Untersuehung an der Leiehe wie am Lebenden mug darfiber noeh Auskunft geben. Hier zeigen die genauen MM~e, dab der Li%ngenuntersehied auf tier yon H~,s,se naehgewiesenen Asymmetrie beruht und zwar einer Asymmetric der Etle. Veto Unterrand der Sehulterh6he bis zum erhabensten Punkt des i{uf3eren Oberarmknorren be~:ragen die Mage beiderseits '30 era, yon der Eltenbogenspitze bis zum Ellenk6pfehen 2,5 em am riiekgewandten, 21 em am vorgewandten Arm. Der Umfang der Arme fiber dem Biceps (Quersehnitt 15) bet.rggt links bei der I~fiekwendung 265 ram, reehts bei der Vorwendung 250 ram, fiber dem Unterarm (Quersehnitt 9) 257 mm bzw. 244 ram. Aus diesen Zahlen sind jedoeh keine Sehlfisse zu ziehen, da naeh der Gef/iPafiillung gemessen, diese am rfiekgewandten Arm ausgiebiger ausgefallen sein kgnn. Sit werden sp~i.ter im Zusammenhang mit, der Frage der Muskeldieke zu bespreehen sein. Bemerkenswert ist noeh am rfiekgewandten Arm der physiologisehe Abduct.ionswinkel. Der ganze Winkel (R. _~'iclc8 CubitMwinkel) betrggt hier, gemessen zwisehen der L'angsachse der Elle und der Oberarmhaupt~iehtung, 165 °. Davon geh6ren 70 ' dem oberen und 95 ° dem unteren Cubitatwinkel an. Die Vorzeiehnung der anzulegenden Quersehnitte erfolgte yon dem oberen und unteren fiihlbaren gande des inneren Oberarmknorren, des hervorragendsten Knoehenpunktes aus, fiir den eine Ausdehnung yon 15 mm angenommen wurde. Dai'auf folgen in Abst;anden v'on 15 mm nach oben und naeh unten noeh je 2 Sehnit.te, die folgenden in Abst~inden yon 30 rnm. Der Abstand yon 30 mm Mrd noeh einmM geteilt an den beiden Oberarmk6pfen und am reehten Handgelenk. Die Sehnittriehtung sell senkreeht zum Oberarm und senkreeht, zur Ellenkante erfolgen. Es miissen also am rfiekgewandten Arm infolge des CubitM-,~qnkets die Quersehnitte nach innen auseinanderweiehen. Von dem unter dem Halldgelenk gelegenen Sehnitt angefangen werden die Quersehnittseheiben fortlaufend yon 1 his 2,3 gezi~hlt und links mit S 1 bis 2'3, reehts mit P 1, 2, 2,5, 3 his 2'3 bezeiehnet. Vet der Ausffihrung der Schnitte werden naeh gen~igender Hi%rtung die Arme yon ihren Sehienen losgel6st und in ein Oipsbett gelegt, dessen handwi~l,~S Zeitsehr. f. d. ges. A~at. ,a, bt. I. Bd. (~,; ~1~
doi:10.1007/bf02593593 fatcat:twfuxhiybbgyfmsl7rfieww7s4