Fürsorge für die Geisteskranken in England und Schottland

E. Meyer
1905 Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten  
in i~5nigsberg i. Pr. (Hierzu 2 Figuren im Text.) Das Yaterland Conolly's, des Vork~mpfers des No-restraint, geniesst seit langer Zeit den fest gegr~indeten Ruf einer besonders wohlorganisirten und treffliehen Ffirsorge ftir die Geisteskranken, die aus eigener Ansehauung kennen zu lernen frfiher den Psychiatern aller VSlker als fast so unumganglich nSthig ersehien, wie den Ktinstlern der Besuch Italiens. Trifft das auch heut% we die Pfiege und Behand[ung der Geisteskranken aueh in den andem
more » ... eh in den andem civilisirten L~indern ausserordentliche Fortschritte gemacht hat~ nicht mehr in dem Umfange zu: so ist es doch noch immer yon sehr grossem Interess% das klassische Land der freien und humanen Behandlung der Geisteskranken mit eigenen Augen zu sehenl). Mit besonderem Danke habe ich as deshalb begriisst~ dass es mir durch das yon der Universiti~t Kiel mir verliehene N eu-Schass'sche Stipendium ermSglicht war, auf. einer sechsw6ehentlichen Studiem'eise dm'ch Schottland und England die dort zum Woh]e der Geisteskranken getroffenen Einrichtungen nigher kennen zu ]ernen. Freilich kann ja ein mehrw6chentlicher Aufenthalt in einem fremden Lande nur eine oberfifichliche Kenntniss der einschlagigen Verhi~ltnisse verschaffen~ und wenn ich trotzdem g]aub% wenigstens mit den Grundziigen und ]eitenden Gesichtspunkten~ sowie den Haupteinrichtungen der Irrenffirsorge in Grossbritannien vertraut geworden zu sein~ und aueh einen Einblick in die wichtigsten Tagesfragen~ die unsere Fachgenossen in Grossbritannien beschiiftigen~ gewonnen zu haben~ so verdanke ich das ausschliess]ich der grossen Liebenswiirdigkeit der schottischen und englischen Kollegen~ 1) Vergl. yon frfiheren Reiseberichten u. a.: W. KSnig, Zeitschrift I[ir Psych. Bd. 52.
doi:10.1007/bf02047422 fatcat:i7r7e4fduvgh7nzcf7voi6wblu