Botanische Notizen aus Griechenland

X. Landerer
1860 Plant Systematics and Evolution  
Unl'/ingst habe ich aus Java einige Orangen zum Geschenke erhalten, die sich yon den gew6hnlichen nur durch eine bedeutende Gr6sse und eine mehr birnfOrmige Form unterscheiden; sie waren mehr fleischig als saftig und besassen einen Geschmack nach Birnen Was jedoch dasAuffallendste bei diesen Frtichten war, ist, dass selbe nicht polysperma, sondern nur monosperma oder disperma waren, wiihrend alle mir bekannten Citrus Auranticum Variet~tten polysperma sind ; bei l00rangen yon Java konnte ich nur
more » ... Java konnte ich nur 12 Samen zusammenbringen, die ebenfalls keinen bittern~ sondern einen sfissen Geschmack besassen. -- Die Vervielf~iltigung der Palmen geschieht nur durch Samen, und gleichwie diess imVaterlande der Palmen geschieht, so geschieht selbes auch in den Giirten, wo man Palmen und besonders die Dattelpalme ziehen will. In Athen wnrde diese Vervielfiiltigung seit einer Reihe yon Jahren versucht und ist auch gelungen. Im Vaterlande der Dattelpalme wtichst dieselbe im sandigen Boden ohne Wasser. ohne eine Begiessung nSthig zu haben. Die Erfahrung hat es jedoch gezeigt, dass ein guter humusreicher Boden, eine Bew~sserung yon Zeit zu Zeit der jungen Palme sehr zu guten kommt, und unter solchen u wachst diese sch6ne Palme in einigen Jahren zu einem sch0nen Baume empor. Wird der Same in ein feuchtes, gutes, fettes Erdreich gebracht, so keimt derselbe nach 30 40 Tagen und nun geht das Wachsthum his zur Blattbildung fort. Um die Bildung des Stammes zu befOrdern, ist zum Vortheil, die Bliitter, so sch0n selbe auch sind, yon dem Stamme abzuschneiden und dieses Abschfieiden fortzusetsen his sich ein Stature gebildet hat. ~ach der Angabe yon Gtirtnern, die sich mit der Vervielffiltigung der Palmen aus dem Samen befassen, ist das Klima yon Griechenland, respective das yon Athen ausserordentlich gtinstig~ und Millionen yon Dattelpalmen zu A31een etc. k6nnten unter den angegebenen Verhiiltnissen gezogen werden. Die Versetzung tier jungen Dattelpalmen ist nicht so delikat als man gew~hnlich glaubt, da sm auch ohne die die Wurzelfasern umgebenden Erde aus dem Boden herausgenommen und in gutes zu bewfisserndes Erdreich gepflanzt. gedeihen; so dass es in Griechenland leichter ist Dattelpalmen zu versetzen als Pinien, Cypressen, Myrten, Oleander, Erica, Lorbeer, Arbutus Unedo, Andrachne. Diese letztangegebenen Pfianzen, die Zierde tier gr.iechischen und kle~nasiatischen Flora, finden sich in allen Wasserwiesen, und ihrer Schi)nheit halber werden selbe ill alle Gtirten versetzt. Werden dieselben jedoch ohne Ballen, d.i. ohne die die Wurzelfasern umgebende Erde herausgenommen und versetzt, so gehen alle zu Grunde oder ausmahmweise kommen unter Hunderten nur einige davon und schlagen an. Was nun die Vervielfiilhigung der Cypresse aus dem Samen anbelangt, so hatte ich
doi:10.1007/bf01961365 fatcat:gpvc4xt26bhtfmnzzcwzrzg7hy