Ueber eine neue Fettbestimmungsmethode

C. Lehmann
1903 Pflügers Archiv: European Journal of Physiology  
Die Bestimmung des Fettgehaltes, besonders in thierischen, d. h. eiweissreichen Stoffen hat bekanntlich mit einigen Schwierigkeiten zu kiimpfen. Sie beruhen theils darin, dass die zur Extraction verwendeten LSsungsmittel die Stoffe schwer geni~gend durchdringen, theils darin, dass zur Aufschliessung der Stoffe eventuell angewendete Agentien nicht-fettartige Verbindungen abspalten, die sich dem Extract beimengen und in uncontrolirbarer Weise sein Gewicht vermehren. Es lag der Gedanke nahe,
more » ... Gedanke nahe, beiden Fehlerquellen durch eine er-h5hte mechanische Einwirkung wahrend der Extraction zu begegnen. Voraussetzung einer brauchbaren Methode wiire dann nur, dass sie nicht zu zeitraubend und Qberhaupt zu Massenbestimmungen geeignet ware. Ich glaubte in kleinen Kugelmiihlen, einfachen Flaschen, mit Porzellankugeln von 12--15 mm Durchmesser zu 8/4--4/5 gefiillt, ein geeignetes Instrument gefunden zu haben, um die zu untersuchende Substanz unter Aethyliither (oder Petroli~r genilgend rein zerkleinern zu ki~nnen, datait die Extraction unter andauernder Einwirkung des Liisungsmittels eine vollsti~ndige wird, dann aber auch hierbei eine Zersetzung der Substanz unter Abspaltung neuer i~the 9 Verbindungen zu vermeiden oder doch auf ein ge~~nges, praktisch nicht in's Gewicht fallendes Maass zu beschrhnken wi~re. Mit der Ausfiihrung der ni~heren Untersuchungen beauftragte ich zuerst einen Prakticanten meines Institutes, Herrn M a x M i] 11 e r, spater meinen Assistenten, Herrn Dr. VSltz. Der Plan war der Hauptsache nach, die mit der Kugelmahle ausgefi]hrten Analysen mit solchen nach der bekannten S oxh 1 e t' schen und der D o r m e y e r' schen Methode zu vergleichen, ferner die Einwirkung von Alkohol, Chloroform und einiger anderer Substanzen ira Gegensatz zu reinem Aether 7~~a studiren.
doi:10.1007/bf01663504 fatcat:4e3bwlzy6nalnazi776obyp7gu