Die Unzulänglichkeit der bisherigen Biographien Spinoza's

K. O. Meinsma
1896 Archiv für Geschichte der Philosophie  
Das Studium der Philosophie Spinoza's, schon zu Lebzeiten des grossen Weltweisen begonnen, hat seit seinein Hinscheidenim Februar 1677 -so zu sagen keinen Augenblick geruht. Wurde auch das System durch Männer wie den Amsterdamer Koffermacher Wilhelm Deurhof zu einem vagen Mystizismus verzerrt, durch Pfarrer wie Pontiaan van Hattein und Friedrich van Leenhof unter Verkennung seines Urhebers gepredigt, so hinderte dies nicht, dass ausserdem auch ausgesprochene und enthusiastische Spinozisten
more » ... aten, was Jedermann ohne Weiteres einleuchten wird, der das Verpönte holländische Büchlein "'t Vervolg van 't Leven van Philopater", die späteren Schriften des Engländers John Toland (Pantheisticon), die höchst seltenen Büchelchen des Königsbergers Joan. Theod. Lau, oder die Werke des berüchtigten "Religionsspötters" Job. Christ. Edelmann aufschlägt Wer nur forschen wollte, könnte ohne grosse Mühe die Reihe bis auf Lessing und seine bekannten Freunde fortsetzen. Wie nun seither der Spinozismus seine mächtige Stellung in der Geschichte der Philosophie, ja in der Weltlitteratur errungen hat, ist allgemein bekannt. *) Anmerkung der Redaction. Wir glaubten diese Voranzeige des Verfassers den zahlreichen Spinoza-Forschern nicht vorenthalten zu sollen,
doi:10.1515/agph.1896.9.2.208 fatcat:oz3vh3winffazia2jjk4iafgum