Nelson Goodman. Sprachen der Kunst: Entwurf einer Symboltheorie

Christian Filk
1998
Die philosophischen Reflexionen, die in dem Werk Languages o.f Art: An Approach to a Themy of Symbols aus dem Jahre 1968 (zweite Auflage 1976; deutsche Erstübersetzung 1973) entfaltet werden, evozierten ein neues -manche bevorzugen gar das hypertroph anmutende Attribut: ,revolutionäres' -Nachdenken. Der Rezeptionsprozeß zeitigte Folgen und Konsequenzen, nicht nur auf dem genuin ästhetischen Sektor, sondern auch darüber hinaus. Das erneute Auflegen dieser Abhandlung mag als ein weiteres lndiz
more » ... das anhaltende Interesse an dieser elaborierten Symboltheorie gewertet werden. Legt man eine traditionell versierte Denkungsart als Vergleichsfolie an, diskutiert ihr Verfasser, Nelson Goodman, in dieser mittlerweile als ,Klassiker' apostrophierten Kunstphilosophie, vermeintliche Konstitutiva der philosophischen Ästhetik. So problematisiert er vor allem Definitionen, Axiome und Hypothesen der Repräsentation, des Symbols, der (De-)Notation und nicht zuletzt der Symptomatik des Ästhetischen. Die Signifikanz seines Gedankengangs kulminiert allerdings in der Einsicht um das elementare Momentum der "Exemplifikation" in der Kunstperzeption. Der Harvard-Philosoph Nelson Goodman (Jahrgang 1909) gilt als einer der exponiertesten Protagonisten der US-amerikanischen respektive der analytischen Philosophie. Mit seinen (sprach-)logischen Analysen (Induktion und Verifikation von Hypothesen) und mit seinen Untersuchungen zu philosophischen Systemen (nominalistische und phänomenologische Systeme), verwiesen sei exemplarisch auf die beiden Abhandlungen Fact, Fiction and Forecast (1954) bzw. The Stnicture o/Appearance ( 1951 ), avancie1ie er -insbesondere neben dem Sprachphilosophen Willard Van Orman Quine (Jahrgang 1908) -zum Hauptvertreter des sogenannten "modernen Nominalismus". Diese Anschauungsweise proklamiert, daß Universalien, d. h. Allgemeinbegriffen, außerhalb des Denkens nichts entspricht, mithin Begriffe lediglich subjektive Bewußtseinskonstrukte sind. Als Quintessenz konstatiert Goodman: Der Nominalist akzeptiert außer Individuen keine anderen Entitäten. Die Welt läßt sich nur als eine Welt von Individuen entwerfen. Im Grundsatz vertritt Goodman die Auffassung, daß basale Probleme der Ästhetik, die zu seiner Hauptschaffenszeit en vogue waren -und es mithin heute noch sind -, sich als solche einer generellen Epistemologie ausnehmen. So gesehen vermögen die konzeptionelle Tiefe und die thematische Breite der Anlage seiner Stu-
doi:10.17192/ep1998.2.3391 fatcat:wfni2duud5b55omlfdwttmixjq