Ueber die Producte der Destillation des Guajakharzes

C. Völckel
1854 Justus Liebig s Annalen der Chemie  
U n v e r d o r b e n beobachtete zuerst, daCs bei der Destillation des Guajakharzes zwei verschiedene fliichtige Oele erhalten werden, wovon das eine leichter, das andere schwerer als Wasser ist. Letzteres wurde von S o b r e r o *), sowie von P e 11 e t i e r und D e vi I 1 e ""> untersucht. Ersterer nannte dasselbe Pyroguajaksaure ; letztere gaben ihm den Namen Guajacylwasserstoff. In dem Folgenden will ich dafiir den bereits gebrauchlichen Namen Guajacol beibehalten. Aus den Resultaten der
more » ... den Resultaten der Untersuchungen von S o b r e r 0, sowie von P e l l e t i e r und D e v i l l e ergiebt es sich, d a b das Guajacol in seinem chemischen Verhalten dem Kreosot sehr nahe steht. Diese Aehnlichkeit, sowie die nicht ganz mit einander ubereinstimmenden Angaben von S o b r e r o und P e 11 e t i e r und D e v ill e in Betreff der Zusammensetzung und mehrerer Eigenschaften des Guajacols, bestimmten mich, eine iieue Untersuchung dieses Korpers, sowie des zweiten fluchtigen Oels, das bei der Destillation des Guajaks erhalten wird und leichter ist als Wasser, vorzunehmen. Das Guajakharz schmilzt ziemlich leicht. Bei der Destillation geht zuerst Wasser uber , das den characteristischen Geruch des Guajakharzes besilzt , in Beruhrung mit der Luft sich farbt und nach einiger Zeit einen braunen Korper absetzt. Sowie das Harz geschmolzen ist, destillirt mit etwas Wasser, das schwach sauer reagirt, ein gelbes Oel von eigenthiimlichem durchdringendem Geruch, das leichter ist als
doi:10.1002/jlac.18540890306 fatcat:dt2rhhbfffbv3jnqxxkqyqwhcy