Ueber ein neues Rhodiumsalz

Theodor Wilm
1883 Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft  
Im Verlauf meiner Arbeiten uber Platinmetalle habe ich namentlich gelegentlich der Gewinnung voii Rhodium aus den nach der Abscheidung des Platins und eines Theils des Palladiums bleibenden NaC1-iind N HpC1haltigen Mutterlaugen haufig das Auftreten wohlausgebildeter glanzender sechsseitiger Tafeln von rein himbeerrother Farbe beobachtet, welche statt der zu erwarten gewesenen bisher bekannten jedoch in ganz anderen Formen krystallisirenden Doppelsslze des Rhodiumsesquichlorids mit
more » ... erster und zweiter Reihe nach C l a u sd. h. RhzCL, 6NHpC1 + 3HzO und Rh2 Cl6 4 N HA C1 + 2 EI2 0 , in bald grosserer bald geringerer Menge zur Ausscheidung kanien. Ich habe die Existenz dieses neuen Salzes in meiner kleinen Schrift ))zur Chemie der Plntinmetallecc ') erwiihnt, doch war es mir bisher nicht gelongeii dasselbe seiner leichten Liislichkeit wegen, welche es mit den stets in der Mutterlauge im Ueberschusse vorhandenen Na Cl und N H4 Cl geniein hat, in reinem Zustande darzustellen. Ferner waren niir damals sowohl die Redingungeii unbekannt , unter denen sich vorzugsweise jenes Salz bildet, als auch besonders seine Eigenthumlichkeit durch Einwirkung von Wasser in ein anderes Salz uberzugeheii, was ebenfalls eine Hsuptursache war, dass alle Versuche scheiterten , das so schon krystallisirende Salz in derselben Form diirch Umkrystallisiren in wasseriger Lasung zu reinigen. Da. sich nieine Arbeiten auf dem Gebiete der Platinmetalle in letzter Zeit vorzuglich auf das Rhodium concentrirten, so war mein erstes Ziel, um zugleich auch eiii absolut reines Material zum Studium anderweitiger Rhodiumverbiiidiingen zu gewinnen, die Darstellung des mich interessirenden neuen Salzes. Mein freilich ziemlich beschranktes Material setzte sich zusammen ails allen Praparaten meiner fruhereri Arbeiten, Verbindungen, welche sammtlich analysirt und'rein waren, und zumeist aus dem a m leichtesten rein zu erhaltenden Salz der Rhodiumbase, Rhs C16 IONH3, bestanden, welches nach den neuesten Untersuchiingen voii Jiir genseri2) alu Chlorpiirpureorhodiumchlorid angesprochen werden muss; dazu kamen noch kleine Mengen von Metall erhalten bei der Analyse der Siilze 1. und 2. Reihe RhzCl6GNHpC13H20 und Rh2Cl64NHqCl 1) Th. W i lm, Zur Chemie der P1atinniet;ille. Dissertation, St. Peters-*) S. M. J 6 r g e n s e n , Beitrige zur Chemie der Rhodiumaninioniakverbin-burg 1982, p, 58 uiid 75. duugen (Jourunl f. pract. Chemie 11, Bd. 27, p. 433).
doi:10.1002/cber.188301602276 fatcat:3s6psm62z5dvrf4awnrv47yj2y