Besprechungen

1912 Orientalistische Literaturzeitung  
13, 5 und 14, 26 ist die Rede von einem "Helfer für Israel": unter der Regierung des Joahas (814-798) erscheint ein JW'te gegenüber der Aramäergefahr; dagegen "gab es keinen ITji für Israel", als im Jahre 783 Jerobeam Π. zur Regierung kam. Es ist Wincblers Verdienst, Assyrien als den "Helfer" erkannt zu haben. (Vgl. Geschichte Israels I S. 154. 166 und ΚΑΤ3 S. 167. 260; dort auch die Nachweise der früheren Stellen). In langen Kämpfen hatAdad-nirärilV. (812-783) das damascenische Reich
more » ... che Reich gedemütigt und dadurch Israel für einige Zeit aufatmen lassen; mit Adad-niräris Tode, der -was ausgezeichnet zu den biblischen Angaben passt -mit dem Regierungsantritt Jerobeams geradezu zusammenfällt, war die Schonzeit für Israel vorbei. Dass die beiden Stellen wirklich auf Αdad-niräri gehen, mag eine bislang nicht berücksichtigte Α eusserlichkeit erhärten. Beide hebräischen Ausdrücke, JWID wie li'y, sind Uebersetzungen von niräru "Helfer", d. h. dem zweiten Teil des Namens Adad-niräri. Dass dies rein zufällig so ist, kann man nur schwer glauben. Abkürzungen von Königsnamen sind in den Keilinschriften durchaus nicht selten. Ich erinnere nur an einige Fälle, in denen die Babylonische Chronik und das sechsseitige Sanheribprisma einander ergänzen: Bab. Chr. ΠΙ 9.14. Kudur Sanh. IV 80 Kudurnahundi Bab. Chr. III 16. 20.26 Menanu Sanh. V 3.21. VI 14 Umm aü-m enan u Sanh. IV 35 Süzubu Bab. Chr. II 44. 46. 47. ΠΙ 2. 6 Nergal-uäSzib Sanh. ΠΙ45. V 5.8.41 Siizubu Bab. Chr. ΙΠ 12.13.19. 22.24 Muigzib-Marduk Man wird deshalb immer mit der Möglichkeit rechnen dürfen, dass mit dem "Helfer" auf Adad-niräri IV. selbst angespielt wird. Besprechungen. F. H. Weissbaoh: Die Keilinschriften der Achämeniden. (Vorderasiatische Bibliothek 3) Leipzig, J. C. Hinrichs, 1911. LXXXIV, 160 S. M. 7,50. Besprochen γ. F. Bork, Königsberg i. Pr. Die Umschrift des iranischen und elamischen Teiles muss ich grundsätzlich verwerfen. Im iranischen Teile liegt eine durch nichts begründete Neuerung vor, die dem entgegenarbeitet, was uns heute so nottut. Die Ausführungen auf S. XXXIV ff. zeigen, wie fremd "Weissbach allen diesen Dingen gegenübersteht. Seine beiden ersten Thesen können wir wohl unterschreiben, die dritte ist pedantisch und undurchdacht, schon in der Frage, was denn eigentlich als lateinisches Alphabet zu gelten habe. "Wenn zu diesem auch das u gehört, so auch das w, und dann auch das ü, und wenn dieses, so auch das f>; dann steht auch dem η nichts im "Wege, und wir können ein Τ getrost als "lateinisch" bezeichnen. Haben wir denn irgend eine moralische Verpflichtung, von irgendeinem Zeitpunkte an keine "Weiterbildung des "lateinischen Alphabetes" mehr vorzunehmen? "Wenn Weissbach mit diakritischen Zeichen aushelfen will, so ist das ungeheuer unpraktisch; der Ruf nach der möglichsten Vermeidung dieser beim Setzen übersehenen, bei dem Drucke wegspringenden, vom Leser so leicht verlesenen Haken ist gerade allgemein genug. -Der vierte Satz beweist, wie ferne Weissbach allen lautlichen Fragen steht. Es gibt nichts Schwierigeres als die Entscheidung darüber, was ein "einheitlicher Laut" ist. Hält Weissbach das, was er im Iranischen als k umschreibt, für einen einheitlichen Laut? oder sein g? Und in N. 5 soll kein Buchstabe zur Bezeichnung verschiedener Laute verwendet werden: glaubt Weissbach, das s in margus und das in sijatim sei das gleiche? Kurz es handelt sich hier um Dinge, zu denen ein sehr ernstes Studium gehört. -Statt "selbst die Auswahl zu treffen" hätte Weissbach besser seinen "Hauptleitsatz" beachten sollen, "dass man an Vorhandenes möglichst anknüpfen oder anbauen muss". Nun lässt aber Weissbach für das f ein gestrichenes ρ drucken, statt w ein u, statt j ein i -ohne jede Rücksicht darauf, dass u und j. längst ihre feste Bedeutung haben!statt J> ein t, neben dem babylonischen h ein iranisches k, statt des mühsam errungenen V c ein k -welch grenzenloser Unfug ist nicht diesem früher bei Sanskritisten üblichen Zeichen entsprungen, wie der "Karudatta" in der "Wasantasena" oder der "Kandragupta" bei Schubert "Herodots Darstellung der Cyrussage"! Es hatte seinen guten Grund, weshalb die Sanskritisten auf dieses Zeichen verzichteten! Aber die Frage der Ums'chrift hat auch eine andere Bedeutung: welche Laute sind gemeint, wie ist zulesen? Für die Erkenntnis einer Sprache und ihrer Eigenart nicht gerade unwichtige Dinge! Und hier ist der einzige Weg der, dass man zunächst einmal die Schreibungen der Eigennamen vergleicht, die ganz überwiegend in allen drei Kolumnen möglichst gleich lautend mit der Schreibung des betreffenden Volkes ausgedrückt werden sollten, also allein einen festen Anhalt geben können, was die Schreibung eigentlich für Laute meinte. Und darin beruht ein Teil der grossen Bedeutung der Achamanidentexte, dass sie uns eine so grosse Zahl von Namen gleichzeitig in der Rechtschreibung dreier verschiedener Völker
doi:10.1524/olzg.1912.15.16.32b fatcat:qwcqxfssqff3jhmihtilptusue