XXXIII. Ueber die Anwendbarkeit der Methode der Totalreflexion auf kleine und mangelhafte Krystallflächen

C. Pulfrich
1899 Zeitschrift für Kristallographie - Crystalline Materials  
I. Theil. Methode. Die Vortheile, welche die Methode der Totalreflexion für das Studium der Lichtbewegung in Krystallen darbietet, sind bisher für die Zwecke der praktischen Krystallographie nur sehr wenig zur Geltung gekommen. Zwar hat die Methode in der von mir eingeführten Form -Benutzung eines vertical gestellten und um seine Axe rotirenden Glascylinders, an dessen Stelle später Abbe eine Halbkugel gebracht hat -einen relativ hohen Grad der Leistungsfähigkeit erreicht. Thatsächlich sind
more » ... die auf dieser Grundlage gebauten Instrumente vielfach mit Erfolg für krystalloptisch-physikalische Studien benutzt worden. Dagegen hat man für krystallographischmineralogische Untersuchungen nur erst wenig Gebrauch von den Apparaten gemacht. Der Grund hierfür liegt hauptsächlich darin, dass man mit den vorhandenen instrumenteilen Hülfsmitteln bisher nicht in der Lage war, die Erscheinungen der Totalreflexion auch an kleinen und mangelhaften Krystallflächen zu beobachten. Es ist mir gelungen, diesen Missstand zu beseitigen. Es lassen sich jetzt mit Hülfe der im Folgenden näher bezeichneten Einrichtungen Flächen zur Untersuchung heranziehen, welche nur Bruchtheile eines Quadratmillimeters gross sind und hinsichtlich ihrer Oberflächenbeschaffenheit weit hinter denjenigen Krystallflächen zurückstehen, bei denen man bisher noch auf eine erfolgreiche Untersuchung nach der Methode der Totalreflexion rechnen durfte. Hiermit ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen, der mir zum ersten Male vor etwa zehn Jahren durch Hrn. Prof. Arzruni zum Ausdruck gebracht worden ist. In den späteren Jahren hat Herr Prof. Linck in Jena wiederholt meine Aufmerksamkeit auf diese Aufgabe gelenkt. Ebenso Brought to you by |
doi:10.1524/zkri.1899.30.1.568 fatcat:ajieukpwkreqxmikl6c4n2ex6e