Prognostische Relevanz der Herzfrequenz bei Intensivpatienten mit Multiorgandysfunktions-Syndrom [article]

Robert Sebastian Hoke, Münzel, T., Prof. Dr., Böhm, M., Prof. Dr., Werdan, K., Prof. Dr., Martin-Luther Universität, Universitäts- Und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt
2018
Hintergrund: Die vorliegende Studie untersuchte bei Patienten mit Multiorgandysfunktions-Syndrom (MODS): Prognoserelevanz der (1) Herzfrequenz bei Diagnosestellung des MODS (HF0), (2) medianen Herzfrequenz am Tag 0 des MODS (HF(d0)) sowie (3) der Herzfrequenzänderung von Tag 0 auf Tag 4 (∆HF(0-4)) und (4) die aktuelle Praxis der Therapie mit Betablockern. Methoden: Prospektive Beobachtungsstudie mit 89 konsekutiven erwachsenen Patienten einer internistischen Intensivstation. Ergebnisse:
more » ... Ergebnisse: Patienten mit HF0 ≥ 93 min-1 hatten im Vergleich zu Patienten mit HF0 < 93 min-1 ein 4,3-fach erhöhtes relatives Risiko, bis zum Tag 28 zu versterben (p < 0,001). HF(d0) ≥ 94 min-1 (relativ zu HF(d0) < 94 min-1) war mit einem 2,6-fach erhöhten relativen Risiko für die 28-Tage-Letalität verbunden (p = 0,01). Der Verlaufparameter ∆HF(0-4) war nicht mit der 28-Tage-Letalität assoziiert. Weder Betablocker in der Hausmedikation noch die Verabreichung von Betablockern während des MODS waren mit geringeren Herzfrequenzen während der ersten Tage des MODS assoziiert. Schlussfolgerungen: Eine erhöhte initiale Herzfrequenz ist ein unabhängiger Risikofaktor für eine erhöhte 28-Tage-Letalität bei Patienten mit MODS.
doi:10.25673/1240 fatcat:mbaeb2jvezhxhj4klf3x7iprym