Vagus-somatosensorisch evozierte Potentiale (VSEP) – Testung der Reliabilität und Untersuchungen zu alternativen Stimulations- und Ableitbedingungen [thesis]

Maren Kopetschke
2019
Die Alzheimer-Erkrankung ist die häufigste Demenzform (Ott et al., 1995). Noch vor dem Auftreten der ersten kognitiven Defizite entwickeln viele Patienten Frühsymptome wie Passivität, emotionalen Rückzug und Stimmungsschwankungen, die auch als depressive Verstimmung fehlgedeutet werden können (Berlit, 2011 S. 928). Die dementielle Entwicklung beginnt meist mit langsam fortschreitenden Gedächtnis-und Orientierungsstörungen. Später können Aphasie, Apraxie, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und
more » ... ele weitere Symptome hinzukommen, die das Alltagsleben der Patienten erheblich beeinträchtigen und schließlich zu völliger Hilflosigkeit führen (Masuhr et al., 2013 S. 186ff). Auch psychische Störungen wie Depression, Halluzinationen und Wahnideen können auftreten (Förstl and Albus, 2000 S. 200f). Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter an, von 0,8% für 65-bis 69-Jährige auf 28,5% für über 90-Jährige (Lobo et al., 2000). Man unterscheidet zwischen einer frühen (Early onset, EOAD, Beginn < 65 Jahre) und einer späten Form der AD (Late onset, LOAD, Beginn ≥ 65 Jahre). Klinisch sind beide Formen nicht zu unterscheiden, allerdings hat die EOAD typischerweise einen schnelleren Verlauf. Sie ist in hohem Maße erblich, meist mit autosomal-dominantem Erbgang. Hierzu sind derzeit drei Gene bekannt (APP, PSEN1 und PSEN2), die alle am Aufbau von β-Amyloid (s.u.) beteiligt sind. Außerdem haben Patienten mit Trisomie 21 durch das dreifache Vorliegen des APP-Gens ein hohes Risiko, an EOAD zu erkranken. Die LOAD, welche 95% der Erkrankungen ausmacht, vererbt sich nicht nach den Mendel´schen Regeln. Allerdings liegt auch hier eine erbliche Komponente vor, beispielsweise haben erstgradig Verwandte von AD-Patienten ein zweifaches Lebenszeitrisiko ebenfalls zu erkranken (Reitz and Mayeux, 2014).
doi:10.25972/opus-18700 fatcat:2zfraclspngadab3uuhfh2mx4u