Nachträgliche Bemerkung zu der Abhandlung über die Anomalien der Empfindung und ihre Beziehungen zur Ataxie bei Tabes dorsalis

Bolko Stern
1886 Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten  
Alsbald naeh dem Ersoheinen meiner oben genannten Abhandlung wurde ieh darauf aufmerksam gemaeht, dass Rosenbaoh in der deutschen medicinisehen Wochensehrift, Heft 22, 1884, Beobachtungen verSffentlieht hat, welehe bei der Beurtheilung yon gewissen Sensibilitgtsst6rungen bei der Tubes Beaohtung verdienen. Es kommt n~mlich unter gewissen Umstgnden in der Norm eine VerzSgerung der Temperaturempfindung gegeniiber der Tastempfindung bei gleiehzeitigen Reizen vet und insbesondere erseheint iifters
more » ... erseheint iifters bei Anwendung thermischer Reize die Schmerzempfindung verlangsamt, so dass man bei der nSthigen Aufmerksamkeit und unter gewissen gleieh zu er-wi~hnenden Bedingungen drei zeitlieh getrennte Empfindungen, n~mlich Tast-, W~rme-und Sehmerzempfiung unterseheiden kann. Der Reiz muss, damit die besproehenen Ersoheinungen ein~reten, eine mittlere St~rke haben. Ist er zu intensiv, so f~,llt jene Ineongruenz fort. Ebenso muss der Reiz eine gewisse mittlere Zeit der Einwirkung haben. Hat die Einwirkung nur eine extrem kurze Dauer, so tritt nut eine Tastempfindung und weder Wi~rme-, noeh Sehmerzempfindung auf. Die dritte Bedingung dos Zustandekommens jener Ineongruenz ist eine gewisse Dicke der Epidermis. An Hautstelle~l mit zarter Epidermis und voIlends an Hautstellen, welehe yon der Epidermis ent-blSsst sind, tritt die Erseheinnng nieht auf, dagegen ist sie um so deutiieher, je dicker die Epidermis, and am deutlichsten an benetzten oder mit schleoht ]eitendon Gegenst~nden bedeckten Hautstellen. Marl sieht leicht, dass die Bedingungen der in Redo stohenden Erseheinungen rein physikalisohe sind. Das Ph~nomen ist nach Rosenbach einfaeh dadurch bedingt~ dass die W~irme, vollends einer zur Erzeugung yon Schmerz
doi:10.1007/bf02207471 fatcat:jojgt2dewfhider5ngw47kzi2e