Jodometrische Versuche und Beitrag zur Kenntniss der Jodst�rke

Carl Lonnes
1894 Analytical and Bioanalytical Chemistry  
Die Veröffentlichung der »Studien über die Jodstärk«eaetion« von Herrn Prof. M ein ek e 1) veranlasst mich, ähnliche Beobachtungen, die ich im Laufe einer ausgedehnten Untersuchung über das Verhalten von Jod gegen Alkalien gemacht habe, schon jetzt mitzutheilen. M eineke glaubt gefunden zu haben, dass nicht nur Jodwasserstoffsäure und deren Salze, sondern auch die Salze ~nderer Säuren, wenn auch in schwäeherem 5'[aasse, die Bildung von Jodstärke begünstigen. Er schliesst daraus, die Ansicht von
more » ... us, die Ansicht von h~[ylius 2) über die Zusammensetzung der Jodstärke müsse in so fern unrichtig sein, als die Jodstärke weder Jodwasserstoffsäure noch ein Jodmetall enthalte. Durch das Ergebniss meiner Versuche bin ich nun gerade zu dem entgegengesetzten Schlusse gedrängt worden. Ich gebe hier zuerst die Resultate, die bereits vor dem Erscheinen der Arbeit von Meineke erhalten worden waren, und gehe dann zum Sch!usse auf die Widersprüche zwischen unsern Versuchen n~her ein. Bereits im Jahre 1888 machte ich die Beobachtung, dass Jodzinkstärkelösung mit einer viel geringeren ]~{enge freien Jods die charakteristische Blaufärbung gab als gewöhnlicher Stärkekleister. Der Unterschied fiel besonders bei Gegenwart von kohlensauren oder doppeltkohlensauren Alkalien auf. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass das Jodzink die Ursache der grösseren Empfindlichkeit ist, und dass dasselbe durch Jodkalium mit gleich bleibendem Erfolge ersetzt werden konnte. Setzte ich zu einer mit kohlensaurem Alkali versetzten, sehr verdünnten Stärkelösung eine Auflösung von Jod bis zur schwachen Blaufärbung, so wurde letztere auf Zusatz von Jodkalium bedeutend intensiver; ebenso verhielt sich die Sache bei Anwendung von rein wässeriger Stärkelösung. Ich habe sodann den Einfluss des Jodkaliums auf die Jodstärkereaction näher untersucht und l~tsse hier die Resultate folgen. 1) Chemiker-Zeitung 18, 157. ~) Ber. d. deutsch, chem. GeseIlsch. zu Berlin 20, 688.
doi:10.1007/bf01335838 fatcat:frrsmg5uffgghbv7uogbgabeku