Modellprojekt Umnutzung landwirtschaftlicher Altgebäude und Hofanlagen als Beitrag zur Vitalisierung der Ortskerne

Landesentwicklung, Ing Winrich Voß, Dipl.-Ing Jürgens, Nina Streibel, Carolin Blaumann, Johannes Bureick, Nadine Felkel, Stefanie Hirche, Melanie Ottenberg, Hanna Schäfsmeier, Hartmut Seidel, Steuerungsgruppe (+2 others)
2008 unpublished
Zusammenfassung Anlass und Ziel Der ländliche Raum ist durch den landwirtschaftlichen Strukturwandel und zunehmend durch die Folgen des de-mographischen Wandels geprägt. Die Folge sind leer stehende Gebäude, die häufig das Bild der Ortskerne und ihre Funktion beeinträchtigen. Besonders betroffen sind landwirtschaftliche Altgebäude oder Hofanlagen. Vor diesem Hintergrund sollen auf Initiative des niedersächsischen Landtages Fragestellungen der Umnutzung untersucht wer-den. Die vorliegende Arbeit
more » ... vorliegende Arbeit hat das Ziel, Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Akteure der Dorfentwicklung in Niedersachsen zu formulieren, um die Umnutzung in der Dorfentwicklung zu stärken und Anregungen für die zukünf-tige Ausgestaltung von Dorferneuerungsprogrammen zu geben. Für die Untersuchung wurden seitens des Landes zwölf Modelldörfer ausgewählt, die sich in verschiedenen Regionen Niedersachsens befinden. Ablauf und Methodik Die Untersuchung erfolgte auf zwei Ebenen, die über einen fachlichen Austausch koordiniert sind. Die "lokale Ebene" umfasst den Dorferneuerungsprozess in den Modelldörfern, auf der "übergeordneten Ebene" erfolgten die wissenschaft-liche Begleitung des Projektes sowie die Zusammenarbeit mit ML und dem Planerkolloquium (Dorferneuerungsplaner in den Modelldörfern). Für die Untersuchung wurden ausgehend von Umnutzungshemmnissen Forschungsfragen formuliert. Um das Thema umfassend zu behandeln und auf die jeweiligen Akteure abgestimmte Empfehlungen formulieren zu können, wur-den die Fragestellungen zur Umnutzungsthematik in überörtliche, örtliche sowie objektbezogene Aspekte gegliedert. Zur Bearbeitung der Forschungsfragen wurden drei Untersuchungsansätze angewendet. Neben der Stützung auf Fachliteratur und Datenmaterial lag der weitere Schwerpunkt der Arbeit in der Begleitung der Dorferneuerungsplanung in den Modelldörfern. Einen weiteren empirischen Bezug stellte die Untersuchung von Beste-Praxis-Beispielen dar. Die Modelldörfer-Problembezogene Typisierung und Entwicklungsstrategien Die zwölf Modelldörfer liegen in unterschiedlichen Regionen Niedersachsens und spiegeln die Vielfalt unterschied-licher Siedlungsformen und-strukturen in Niedersachsen wieder. Die Gegenüberstellung der Leerstandszahlen zeigt, dass in allen Modelldörfern Leerstände anzutreffen sind. Die Modelldörfer sind aber unterschiedlich stark von der Leerstandsproblematik betroffen, was auf unterschiedliche regionale Rahmenbedingungen und örtliche Entwicklungspotentiale hinweist. Auf Basis der Leerstandserfassung sowie der Betrachtung weiterer regionaler und örtlicher Rahmenbedingungen, die Einfluss auf die Chancen einer Umnutzung haben, erfolgte eine problembezogene Typisierung der Modelldörfer. Ausgehend von der Typisierung werden regionale und örtliche Strategien vorgestellt, die geeignet erscheinen, die Möglichkeiten des Umganges mit der Leerstandsproblematik unter anderem durch eine mehr oder weniger ge-zielte Innenentwicklung positiv zu beeinflussen. Die Strategie "Kontrolliertes Wachstum" unterstützt die vorran-gige Entwicklung als ländlicher Wohn-und Gewerbestandort und ermöglicht bedarfsgerechte Erweiterungen der Siedlungsflächen unter Beachtung der vorrangigen Innenentwicklung. Die Strategie "Stabilisierung" sichert und ent-wickelt Versorgungs-Funktionen, sie ermöglicht begrenzte Erweiterungen der Siedlungsflächen unter Beachtung der vorrangigen Innenentwicklung und strebt an, die Schwächen zu relativieren und Stärken zu stärken. Die Strategie "Anpassung" sieht eine Konzentration auf die endogenen Potentiale vor, bei alleiniger Innenentwicklung und einer möglichst guten Anbindung an die zentralen Orte.
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