Darstellung und Analyse einiger Nucleinsäuren. Dritte Mitteilung

P. A. Levene
1903 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
In meiner zweiten Mitteilung über die Analyse der Milznucleinsäure wurde berichtet, daß bei der Hydrolyse mit 25°/oiger Schwefelsäure Thymin und eine Base, welche die Zusammensetzung von C 4 H Ö N 3 0 hatte, vorkommen. Unabhängig von Kos sei und Steudel habe auch ich die Vermutung ausgesprochen, daß die Substanz dem Cytosin von Kossei und Neumann ähnlich war, und daß sie möglicherweise ein Aminooxypyrimidin darstellte. Nun sind aber mehrere Isomere dieses Körpers möglich, und Kos sei und
more » ... Kos sei und Steudel geben an, daß das Störcytosin von dem Thymuscytosin im Verhalten zum Jodwismuthjodkalium sich unterscheidet. Es war deshalb wünschenswert, die Eigenschaften des Milzcytosins näher zu untersuchen. Da es mir gelang, bei der Verarbeitung einer größeren Menge von Milznucleinsäure außer dem Thymin und Cytosin auch Uracil nachzuweisen, so will ich schon hier die Methode, welche ich zur Trennung der drei Pyrimidinderivate anwendete, angeben. Die Basen werden mit Silbernitrat und Barytwasser niedergeschlagen, das Silber mit Schwefelwasserstoff entfernt, und die silberfreie Lösung bei vermindertem Druck eingedampft und etwa 48 Stunden stehen gelassen. Das Thymin scheidet sich dann quantitativ aus. Aus der Mutterlauge wird der vor-Brought to you by | University of Ar Authenticated Download Date | 6/9/15 1:54 PM
doi:10.1515/bchm2.1903.38.1-2.80 fatcat:cyv3fovlcvaubnkse526gftrji