Zur Unterscheidung von Menschen- und Thierblut mit Hilfe eines spezifischen Serums

Ernst Ziemke
1901 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Berlin hat Wassermann1) iitthei1ung über ein von ihm und Schütze2) gefundenes Verfahren gemacht, mit welchem es gelingen soll, das Blut der verschiedenen Thierarten von einander, insbesondere Menschen-von Thierbiut, zu unterscheiden. Ein Thier, welches mit dem Blutserum einer anderen Thierart in Intervallen von mehreren Tagen subkutan vorbehandelt wird, liefert nach einigen Wochen ein Serum, das in Blutlösungen der zur Vorbehandlung benutzten Thierart eine Ausfällung verursacht, welche sich
more » ... ht, welche sich durch baldige Trübung der anfangs klaren Lösung kundgiebt. So ruft z. B. das Blutserum eines mit Menschenblutserum vorbehandelten Kaninchens nur wieder im Menschenblut eine Trilbung hervor, die sich allmählich zu einem flockigen Niederschlag verdichtet, während das Blut aller bis jetzt untersuchten Thiere keine Ausfällung zeigen soll. Zu gleichen Resultaten ist Uh1enhuth,3 unabhängig von Wassermann und Schütze, gekommen und hat um weniges früher wie die genannten Autoren seine bezüglichen Angaben in dieser Wochenschrift bekannt gegeben. Sein Verfahren deckt sich un Prinzip mit dem oben beschriebenen, nur dass er zur Vorbehandlung der Thiere an Stelle des Serums defibrinirtes Blut anwendet und dieses den Kaninchen intraperitoneal applizirt. Diesen ersten Mittheilungen sind bald weitere Veröffentlichungen von Stern,4) Mertens,2) Dieudonn6) und Uhien-huth7) gefolgt. Fasst man die bisher gesammelten Erfahrungen kurz zusammen, so ergiebt sich aus denselben folgendes: Man erhält von Kaninchen schon nach zwei-bis dreiwöchiger Vorbehandlung ein wirksames Serum, welches die erwähnten prit-Die uns von Prof. Wassermann privatim gemachte erste Mittheilung über das neue Verfahren erfolgte Mitte Januar.
doi:10.1055/s-0029-1186923 fatcat:t6qs2v2cqjeqbl4xapnj5stglm