Chemische Untersuchung der Dr. Lang'schen Reinigungspillen

Joseph Müller
1860 Archiv der Pharmazie  
Seit mehr denn einem halben Jahrhundert wird, unbeanstandet vom Gesetze, mit dem oben erwahnten Geheimmittel das grosste Unwesen getrieben, indem das leichtglaubige Publjcum nicht nur urn sein gutes Geld gebracht, sondern demselben auch ein fur Laien gewiss nicht wenig gefahrliches Praparat in die Hand gegeben wird. Ein konigl. bayerisches Ministerium hat fur den ausschliesslichen Debit durch ein Privilegium Sorge getragen, und seine eigenen Unterthanen dadurch zu schiitzen gesucht, dass es den
more » ... Verkauf bloss fur das Ausland gestattete. Von dieser Erlsubniss hat nun Herr L a n g trefflichen Gebrauch gemacht, denn so wie eine Kreuzspinne ihre Netze im Finstern nach allen Richtungen ausspannt, so hat auch genannter Herr das gesammte Deutschland mit seinen Pillen zu beglucken, und da, wo Gesetze ihre Einfuhr hemmen, wie in Oesterreich, durch Schmuggel ihnen Eingang zu verschaffen gesucht. Dasa Herr L a n g den Schwindel versteht, beweist schon der Umstand, dass er selbst Aerzte und Apotheker zu seinen Commissioniiren herbeizuziehen wusste. Die Lang'schen Pillen werden in runden holzernen wohlversiegelten Schachtelchen, jedes 48 Stuck enthaltend, zu 1 fl. 12 kr. verkauft. Begleitet ist jedes Schachtelchen von einer dickleibigen Brochure, betitelt : , , Dr. L ang's Reinigungspillen als Priiservativ-oder Heilmittel gegen alle Krankheiten aus verdorbenen Saften und Gebliit. Miinchea. 23. Auflage;" oder auch von einer diinneren Schrift, betitelt : "Der Hausarzt bei allen Krankheiten Arch. d.Pharm. CLIII.Bds. 2. Hft. 12
doi:10.1002/ardp.18601530205 fatcat:zgtc5o2nijghpmk5wkqtpllqiy