Beiträge zur pathologischen Anatomie der Hirnrinde und zur anatomischen Grundlage einiger Psychosen. (Part 1 of 2)

A. Alzheimer
1897 European Neurology  
Wer heute eine pathologische Anatomie dev Psychosen* schreiben wollte auf Grundlage dessen, was er in der Literatur darüber verbildet, der würde, wenn er die Dementia paralyticaden Altersblödsinn, die verschiedenen Ilerderkrankungen des Gehirns, Imhecillität und Idiotie abgehandelt hat, nicht mehr über viele klare und unzweideutige Befunde zu berichten haben. Ja seihst die pathologische Anatomie der erwähnten Geistes störungen zeigt noch recht viele empfindliche Lücken und MängeL dedenfalls
more » ... ngeL dedenfalls sind wir über die anatomische Grundlage der Mehr zahl der Psychosen, der weit überwiegenden Anzahl der unserer besonderen irren-ärztlichen Fürsorge anvertrauten Krankheiten noch nahezu gänzlich im Unklaren. Einige neuere Einzelbeob achtungen (N issl, Mittheilungen über Karyokinese im centralen Nervensystem [urämisches Delir], N issl, Initialdelir hei Typhus,. A. C ram er, Pathologisch-anatomischer Befund in einem akuten Ealle der Paranoiagruppe, B o n h ö fer, Klinische und anatomische Beiträge zur Kenntniss der Alkolioldelirien) können diese Thatsaclie noch nicht umstossen. Sicher ist dagegen, dass man in anderen Gebieten der Medizin über die anatomische Ursache der einzelnen Krankheits formen im Allgemeinen besseren Bescheid weiss und dass man gerade dadurch dort schon zu einer bestimmten Umgrenzung ein zelner Kranklieitsformen gekommen ist, die der Psychiatrie noch so selir notli timt. Worin liegen nun die Ursachen unserer noch so mangel haften Kenntnisse der histologischen Grundlage der Psychosen? Liegt die Aussicht, zu verwerthbaren Leichenbefunden zu kommen, noch immer in weiter Ferne? Oder haben wir Grund zu hoffen, dass wir auch hier bald einen Schritt vorwärts machen können?' Sicher beruht die grösste Schwierigkeit, die sich einem Fort schritt unserer Erkenntniss in der anatomischen Grundlage der Psychosen entgegenstellt, in dem ausserordentlich complicierten Bau der Hirnrinde, deren normale Strukturverhältnisse, deren feinere physiologische Bedeutung uns noch immer eine Fülle un
doi:10.1159/000228852 fatcat:bsqmiylhmzhcpkdahpo3ehv7nm