Ueber die Pyromekonsäure

Hermann Ost
1879 Journal für Praktische Chemie  
Erste Abhandlung (Habilitationsschrift). Die heutige Eintheilung der organischen Chemie in zwei scharf yon einander getrennte Gebiete, in die "fetten" umd die "aromatischen" Verbindungen, kann unmoglich den natiirlichen Verhaltnissen entsprechen da in der Natur scharfe Grenzen nicht gezogen sind. Es werdeii ohne Zweifel Substanzen existiren , welche nicht nur in ihrer Zusammensetzung, sondern auch in ihrem chemischen Charakter zwischen beiden Korperklassen in der Mitte stehen, und es ist die
more » ... gabe der Chemiker, danach zu suchen. Die "ungesattigten" Verbindungen bilden, mas empirische Zusammensetzung betrifft, einen ununterbrocheiien Uebergang zwischen den Derivateii des Grubengases uiid denen des Benzols; es ist zu erwarten dass die kohlenstoffreicheren und wasserstoffarmeren Glieder derselben sich anch in ihrem chemischen Verhalten den aromatischen Verbindungen nahern werden. Hierher gehorende Korper sind bis jetzt nur sehr wenig untersuclrt. Am besten bekannt ist die Brenzschleimsaure und ihre zahlreichen Derivate: Furfurol , Pyrrhol , Tetraphenol u. s. f.1) Sind dieselben wirklich Abkiimmlinge eines Kohlenwnsserstoffs C,H" welcher in der Mitte zwischen dem Acetylen und dem Benzol steht, so wird ihre weitere Untersuchung nicht blos eine grosse Lucke im Lehrgebaude der organischen Chemie ausfiillen, sondern auch vielleicht ftir die Frage nach der Constitution des Benzols neue Aufschliisse liefern. Isomer mit Brenzschleimsaure ist die P y r o m e k o nsaure. Die im Mohn an die Opiumbasen gebundene Mekon- 1) Ann. Chem.
doi:10.1002/prac.18790190120 fatcat:bawkthnu2jb4vl73h7tkrawqja