Grundlagen eines Formalisierungsframeworks für Vorgehensmodelle

Edward Fischer
2006 Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik  
Zur Definition vonV orgehensmodellen wird h äufig die natürliche Sprache verwendet. Diese ist ungenau, wodurch Interpretationsspielräume entstehen. Erschwert wird dadurch die ¨Uberprüfbarkeit einer korrekten Anwendung eines Vo rgehensmodells zum einen, die Entwicklung vonW erkzeugen zur Steuerung des Projektablaufes zum anderen. Dieser Beitrag erörtert wie diesen Problemen mit einem Framework zur Formalisierung vonV orgehensmodellen begegnet werden kann. 1E inleitung Vo rgehensmodelle geben zu
more » ... inem Projektablauf Anworten auf die Fragen wer macht was, wie, womit und in welcher Reihenfolge? [Ben04]. Je nach Vo rgehensmodell werden solche Fragen nicht im vollen Umfang generisch, sondern auch unter Ve rwendung der natürlichen Sprache, beantwortet. Diese ist jedoch nicht eindeutig, so dass sich oftmals viele Auslegungsmöglichkeiten ergeben [kbs]. Als Folge bleibt die Frage offen, ob ein Vo rgehensmodell korrekt angewendet wird. Ist beispielsweise die ¨Uberprüfung der richtigen Phasenabfolge noch überschaubar (da meist generisch genug definiert), stellen Inhalte vonProdukten, sowie deren Abhängigkeiten größere Herausforderungen dar.Neben dem analytischen ¨Uberprüfen ist auch die konstruktive Projektsteuerung durch Werkzeuge ein wichtiger Faktor f ür den effektivenEinsatz vonV orgehensmodellen. Dies gilt um so mehr, je komplexerd ie Vo rgaben gestaltet sind. F ür die Entwicklung passender Werkzeuge ist jedoch eine exakte Spezifikation unumgänglich. Ist diese nicht vonv ornherein Teil des Vo rgehensmodells, m üssen mehrdeutige Vo rgaben durch Werkzeughersteller interpretiert werden. F ür diese bietet es sich dabei an, die Auslegung derart zu gestalten, dass existierende L ösungen mit entsprechenden Modifikationen weiterverwendet werden k önnen. Aktuell ist dieser WegamBeispiel des V-Modell XT [vmo06] und den Werkzeugen Innovator [inn], in-Step [ins] und dem Rational Method Composer [rat] nachzuverfolgen. Obgleich diese Praxis Vo rteile im Bezug auf gewohnte Arbeitsumgebungen haben mag, d ürfte sie dennoch nicht immer im Sinne vonV orgehensmodell-Autoren liegen. Wegen notwendiger Kompromisse k önnen Modifikationen bisheriger Werkzeuge zu einer verzerrten Wiedergabe der Vo rgehensmodelle f ühren. Ziel ist es, ein Formalisierungsframework zu konstruieren, mit dem verschiedene Vo rgehensmodelle verlustfrei und präzise beschrieben werden k önnen. Der Nutzen liegt in der M öglichkeit, die korrekte Anwendung eines Vo rgehens-
dblp:conf/gi/Fischer06 fatcat:ofauei5nezg2vbqsficgcgilhu