HAUS ODER HAUSEN? Zu Wernhers ›Helmbrecht‹, v. 1870

WINFRIED FREY
1980 Beiträge zur Geschichte der Deutschen Sprache und Literatur  
Zu Wernhers ) Helmbreclit<, v. 1870 Daß Wernhers )Helmbrecht< einen großen Teil seiner suggestiven Wirkung dem Netz von 8ymbolen und Vorausdeutungen (z.B. Haube, Träume), von formalen und typologischen Verweisen (Artus-Schema, Gleichnis vom Verlorenen Sohn, Absaloml) verdankt, darüber sind sich die Interpreten weitgehend einig. Gerade am Schluß des Werkchens wendet der Autor noch einmal alle formalen und inhaltlichen Mittel auf, um das Unausweichliche von Helmbrechts Schicksal, das Exempelhafte
more » ... l, das Exempelhafte zu akzentuieren : der Vater, anders als der im Gleichnis, weist den Verstümmelten ab, swie .im stn herze krachte (V. 1776)=, die Bauern, denen er in die Hiinde fallt, rechnen ihm (und den ZuhörernlLesern) noch einmal seine Verbrechen an den früheren ebengelzdzen vor, bevor sie seine Haube zerfueren (V. 1882) und ihn selbst aufknüpfen, wodurch sich des Vater troum (V. 1910) vollends erfüllt. Dennoch bleibt ein Unbehagen. Der Abschnitt v. 1824 bis V. 1873 scheint sehr )realistisch(-rechtlich geprägt und merkwürdig unsymbolisch, fast als traue Wernher seinem Bedeutungsgeflecht nicht so recht. Aber auch in diesem Abschnitt bezieht sich Wernher auf Prüheres, verweist er auf Bedeutungs~us~rnmenMnge, die über den Text hinausweisen und ihn gleichzeitig genauer be~timmen.
doi:10.1515/bgsl.1980.1980.102.55 fatcat:35elhqtuk5bknjtwi3ztj57que