Münchener Brief

1907 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
16. Mai. Münchener Brief. Vor nunmehr drei Jahren machte ein hoher Bayerischer Verwaltungsbeamter im Reichsrat den von ehrlichem Interesse für die Aerzte -war er doch selbst der Schwiegervater eines Arztesgetragenen Vorschlag, bei der geplanten Einführung der ärztlichen Standes-und Ehrengerichtsordnnng die Zahl der Beisitzer aus dem Kreise der Verwaltungsbeamten zu vermehren, um der Rechtsprechung in rein rechtlichen Fragen mehr Garantien zu geben«. Die Anfeindung, die dieser Beamte auf diesen
more » ... orschlag hin in einem hiesigen; ärztlich geleiteten Blatte erfuhr, war mit einer der Gründe zur Spaltung der Münchener Aerzteschaft. Es ist schade, daß dieser Mann nicht mehr lebt. Denn einen schiagenderen Beweis für die Richtigkeit seiner Ansicht als die Affäre Ilutzler, hätte er nicht wünschen können. Selbst Kollegen, die den in Betracht kommenden Ehrenrichtern nahe stehen, geben das Versagen der Institution des rein ärztlichen Ehrengerichtes im vorliegenden
doi:10.1055/s-0029-1203077 fatcat:g6cukkst6nagvn5bxnwwsjmxi4