Plasmaöstrogenbestimmungen im normalen Zyklus, während der normalen Gravidität im Retroplazentarblut, im Nabelschnurblut und beim Neugeborenen

M. Keller, F. Kubli
1963 Gynecologic and Obstetric Investigation  
Zusammenfassung Es wird über Plasmaöstrogenbestimmungen im normalen Zyklus, während der normalen Gravidität, im Retroplazentarblut, im Nabelschnurblut und im Neugeborenenblut berichtet. Die höchsten Plas-maöstrogenspiegel im normalen Zyklus wurden am 13. bzw. 22. Keller, Kublí 137 Zyklustag festgestellt. Die Plasmamaxima wurden deutlich vor den Harnmaxima erreicht. Durch je 156 Östron-Östradiol-und Östriol-Bestimmungen bemühten wir uns, die Plasmaöstrogenkonzentratio-nen im Verlauf von normalen
more » ... Schwangerschaften zu verfolgen. Wir stell·ten ein stetiges Ansteigen der Werte beider Fraktionen im Verlauf der Gravidität fest. Die individuellen Schwankungen der Werte können besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel beträchtlich sein. Die Tagesschwankungen waren bei unseren Fallen gering und lagen praktisch innerhalb der Präzisionsgrenzen der Methode. Im Retroplazentarblut (7 Fälle) und im Nabelschnurblut (20 Fälle) fanden wir beträchtlich höhere Ostriolwerte als im entsprechenden mütterlichen, peripheren Venenblut. Beim Neugeborenen (4 Fälle) konnten am 1. Lebenstag nur sehr geringe Ostron-Östradiol-Blut-konzentrationen gefunden werden. Die Ostriolwerte lagen hingegen wesentlich höher. Am 4. Lebenstag fanden wir praktisch keine Plasmaöstrogene mehr. Die Resultate unserer Untersuchungen be-stätigen die Annahme, daß das Ostriol das quantitativ wichtigste Ostrogen der reifen Plazenta ist. Der Ostrogengehalt des Blutes nimmt von der Bildungsstätte zur Peripherie des Kreislaufs hin ab. Der Fötus scheint selbst keine Ostrogene zu produzieren. Diskussíon R. H. H. Ríchter: Ich möchte Herrn Keller fragen, ob irgendwelche Korrelationen zwischen dem Ostriolspiegel im Plasma und dem Geburtsverlauf festgestellt werden konnten; diese Frage erscheint mir um so interessanter, als Hecht-Lucarí aus Rom berichtet hat, daß er Ostriolsuccinat mit
doi:10.1159/000304014 fatcat:e3p55pcmunbrflbigfy2nmzxay