Korea and Germany – The Status and Future Prospects of Divided Nations

Youn-Soo Kim (ed.), Friedrich Büssen (ed.)
1979 Law and Politics in Africa, Asia, Latin America  
schaftliche Geschehen durch Planung) deutlich seine Einschätzung der Vorzüge der chinesi schen Volkskommune reflektieren. Ohne eine Verwirklichung dieser Elemente sei eine er folgreiche Entwicklungspolitik nicht möglich. Dabei hebt er als wichtigste Lehre aus der chinesischen Entwicklung hervor, daß vorherige soziale Reformen unabdingbare Voraus setzung sind für den Erfolg wirtschaftlicher Programme . "I t should be clear to anyone with a sense of history that the search for development
more » ... development strategies geared to the basic needs of the entire society and to the objective of distributive justice combined with rapid growth, lies in the direction of ,socialism' and its basic egalitarian and collective welfare concepts" (S. 113). Da der Autor selbst in sehr vielen Entwicklungsländern politische Widerstände gegen eine umfassende Lösung der wirtschaftlichen und sozialen Probleme in seinem Sinne sieht, schließt er das Buch mit der Diskussion verschiedener Möglichkeiten von Teillösungen bzw. zeitweiligen Lösungen ab. Die gesamte Darstellung zeichnet sich durch große Sachkenntnis hinsichtlich der Probleme der Entwicklungsländer und durch Unvoreingenommenheit aus, sowie durch eine weise Zu rückhaltung, mit der der Autor trotz seiner offenkundigen überzeugung von der Richtigkeit des chinesischen Weges sein Thema behandelt. Dennoch müssen hier einige kritische Be merkungen über die grundlegende Annahme des Buches, daß in China das Ernährungspro blem gelöst sei, gemacht werden. Zwar sind die Erfolge seit 1949 eindeutig. Die Getreide produktion ist von 1951, als etwa wieder die Vorkriegsproduktion erreicht worden war (135 Mio. t) , bis 1978 (ca. 304 Mio. t nach dem Kommunique über die Erfüllung des Volkswirt schaftsplans 1978, in China aktuell, Juni 1979, S. 705) um etwa 125 % gestiegen, während die Steigerung der Bevölkerungszahl von 580 Mio. auf 975 Mio. (op. cit., S. 708) nur etwa 68 % betrug; die pro Kopf verfügbare Getreidemenge ist also erheblich angestiegen. Den noch gibt es, neben den Einbrüchen nach 1958 und zu Beginn der 1970er Jahre, bis heute sehr starke regionale Produktions-und Versorgungsschwankungen. So wird heute wieder ganz offen darüber geredet, daß ein großer Teil der chinesischen Bauern in Armut und Rück ständigkeit leben, daß etwa 200 Mio. Bauern sogar am Rande des Existenzminimums leben und Hunger leiden!. Das Ernährungsproblem kann also auch in China noch nicht als gelöst gelten, wenn es auch einer Lösung weit nähergebracht wurde als in vergleichbaren anderen Ländern. Jedem an den Fragen der Entwicklungspolitik Interessierten ist die Lektüre dieses Buches sehr zu empfehlen.
doi:10.5771/0506-7286-1979-4-427 fatcat:3s36qgss4vhvvkfzorw3hispeq