Zur Pathogenese der sogen. "chronischen Blinddarmentzündung"

1913 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Die chirurgische BescMftigung der beiden letzten Jahrzehnte mit der Blinddarmentzündung hat den alten Begriff der Internisten von der Typhiitis stercoralis umgestoßen und die Lehre von der Perityphiitis dahin präzisiert, daß der Ausgangspunkt des Leidens alifällig von der Appendix und nicht vom Coecum erfolgt. Für die akute Appendicitis ist dieses Dogma unbestritten und durch zahllose Autopsien definitiv und unumstößlich bewiesen. Anders präsentieren sich die Verhältnisse bei der chronischen
more » ... nddarmentzündung. Klinisch kann man unterscheiden zwischen "Dauerbeschwerden ohne deutliche Schübe ' ' und , ,Intervallschmerzen zwischen akuten Anfällen". Bei der Operation findet man ebensooft deutliche Reste der überstandenen akuten Wurmfortsatzentzündung, die bekannten Knickungen, Stenosen, Verwachsungen der Appendix mit Nachbarorganen, Sekretverhaltungen , S p r e ngels TJnauslssigkeit etc., oder -erstaunlicherweise so gut wie garnichts Abnormes an dem frei beweglichen Processus trotz lebhafter klinischer Beschwerden in der rechten lJnterbauchgegend, notabene an sonst nicht nervösen oder hysterischen Patienten. Kein Wunder, daß die Appendektomie im letzteren
doi:10.1055/s-0028-1128648 fatcat:w2eyl33tkzdbzgwaoshtgtzmla