Über die Wirkung von Arzneigemischen

W. Storm van Leeuwen
1920 Die Naturwissenschaften  
~Ier 48.1 Storm van Leeuwen: Uber die 26. I1. 1920J so die i,ntereasante T~ttsach,e, d.afl die Beweg~n,gerichtung yon Raapen und Krebsen noch .deut~ich beain fluflt wird d.ureh Strmhlen yon ca. 313 y" dus sin~ solch.e, die sohon yon gewShnHchem Fensterglase zurtiek-gehal~en werde~ ! III. Aus den im If. Abschni~t~e mitgeteilten neuen Tatsachen .ergibt sich eine Reihe neuer Gesichtspunkte ffir .die ErSrterung der eingangs aufgeworfenen Fragen. Besonders wichtig ist die FeststelIung, dab es leicht
more » ... Iung, dab es leicht gelingt, bei-Sichtbarmachea yon blauen und grauen Reizlichtern ode r FHichen eine Ansammlung yon Bienen, Ameiseu ocher I(rebsen ira Blau herbeizufiihren, die nachweislich unabhiingig yon einer Empfindung der blauen Farbe ist. Daraus folgt, da~ aus einem Blaubesuche der Bienen bei ]enen "Dressur"versuchen der Zoologen nicht auf Farbensinn geschlossen werden darf. --Ich konnte zeigen, dab .zwei ffir den no'rmalen Menschen geaau gleich aussehende graue FHichen auf die Bienen sehr verschieden wirken kSnnen, wean ihr Gehalt an Uv. sehr verschieden ist. Auch zwei Strahlgemisehe, die ffir un, s sich nur dureh ihre Farbe voneinander unberscheiden, kSnnen somit ffir <las Bienenauge noch <lurch andere, uns nicht ohne weiteres wahrnehmbare ~Ierkmale von einan<ler verschied, en sein. Sahen wir doch, dal] selbst das dutch ei.n gewShnliehes Fensterglas gegangene Tageslicht, das sich yon .dem freien f[ir unser Auge fiberh~upt ,nicht unter-sehe~det, auf viele Art:hropo.den merklich andere Helligkeitswirkung hat als letzte:res. _ Beim ~Ienschen erkennen wir die totale Farbenblindheit daran, dab wir den Un~tersuchten eine Gleichung zwischen grauen und: farbigen FHichen herstellen lassen oder ihn auffordern, ein z. ]3. blaues Papler, <las ihm zw~.schen verschiedenen grauen .s.ichtbar gemacht wird, herauszusuehen; de nn fiir den Mensehen nnterseheidet sich d~eses nur durch seine Farbe yon den grauen. In der Zoologie g]aubte man schlieBen zu dfirfen', letzteres gelte auch fftr Bienen, u nd dieser SchluB veto Menschen-auf das Ar_thropodenauge war der Ausgangspunkt ffi'r jene Bemiihungen, Bi6nen auf gewisse Farben zu "dressieren" und so AufschlttB fiber Farbenempfindungen zu erhalten, die man immer wieder bei ihnen voraussetzen zu miissen meinte, i~[it dem Nachweise der Irrigkeit auch dieses Analogies,chlusses ist jenen Dressurver~.ahten der Bod en entzogen und ,a]lgemein :gezeigt, dab eine Erforsehung der Sehqt~alit~iten der Biene.n aus diesem Wege unmSglich ist. --Immer wieder muflten wir bei ErSrtevung ein-schHigiger Fragen darauf hinweisen, dal] auch ffir Farbensinnuntersuchun..gen bel Tieren ~n erster Linie die homogenen Lichter des Spektrums heranzuziehen sin& und gerade ~ansere neuen Be-~unde zeigen abermals eindringlleh, wie notwenclig diese Forderung i.st. Will man mit Strahlge-~nischen :arbeiten, so mull man n, ach dora ~[itges So'rge tragen, :dalt das Ultravio]ett nicht Wirkung yon Arzneigemischen. 929 stSrend in Betracht komme. Da,an aber iiberzettgt man sich mit den friiher und den neuer-ding~ yon mir entwickelten ]Y[ethoden leicht, d.aB ~uch die Biene ebenso wie alle bisher untersuchten Gliederfii~er total farbenbIind u~d die ,heTrschende Lehre yon der Bedeutung <ler bunten Blfitenfarben wie auch der Schmuckfarben bei Schmetter]ingen .und Krebsen, fiberhaupt bei Wirbellosen, nicht mehr zu halten ist. Der Gebraueh yon Gemischea yon A.rzneimitteln ist ebenso a]t, wie die Arzneikunde selbst. Vo~ jeher haben ,die ~rzte getrachtet, durch geschickte Kombinationen yon Arznelm.itte]n einen besseren Effekt zu bekommen, a ls mit d6m einielnen Arzneimittel a]tein. DaB es nun trotzdem der 3[fihe weft ist,_ einen Artikel fiber Gemische yon Arzneimitteln zu schreiben, daran ist iu erster Reihe das sehul, d, dab d'arch die Ua~ersuchungen, die •iirgi vet etwa 10 Jah-,ten publizierte, die A~afmerksamkeit auf diese Frage neuerdings gerichtet wtlr,de. Biirgi zeigte niimlich, dab in gewissen FSllen die Wirkuag eiaes Arzneigemisehes eine andere, meistens eine st~irkere rein kann, als man a.uf Grund der Wi.r-kun~g der einzelnen zusammen~telle~cten Teile erwarren wfirde; durch die Erkennung dieser MSglichkeit wurde ein neues P.rinzip ei~gefiihrt. Ailerd:i~gs way auch dieses Prinzip nicht ganz neu, denn berelts frfiher haben ~rzte an d~ese ,-~[Sglichkeit gedacRt, wenn sie eine sehr komplizierte ~ischung yon Arzneimitteln angewendet haben, um dieWirkung irgend eines anderen Xrzneiraitte]s zu verstarken, allerdings oh~e experimenteIIe Grundlage. So haben bereits vet Bi~rgi u. a. Krakow und Honigmann [n dieser l~ichtung gear: beitet. Abet Biirgi kommt das Verdienst zu, <lab er ganz beson<lers die Aufmerksamkeit auf diese Erscheinungen gelenkt und eine grebe Anzahl 9 von experimen~tel'Ier Arbeit in dieser Richtung geleistet hat. Nachdem Biirgis Untersuchungea bekannt geworden ,sin<l, haben sich neck viele and!ere mit dieser Frage besch~ift~g% und yon vielea Seiten hat man fiber F~ille berichtet, in welchen, dareh eine Mischung yon Arzneimitteln _eine --wie Biirgi e,s nannte --Potenz[.erung auftreten sollte. Unter Poten.zierung mullalas Folgende verstanden werden: Wean z. B., um eine gewisse Wirkung eines Arzneimittels zu bekommen, .d,ie Quantit~it A nSti,g ist und yon einem anderen Arzneimittel, 'urn diesel~be Wirkung zu'bek.ommen, d'ie Quanti-t~t B, dann muB, wean Potenzierung der beiden vorhanden ist, ein Gemisch yon 89 A-]-~ 89 B eine st~irkere Wirkung haben, als A unc~ B fiir sich a]lein. Es sell gIeich hier bemer~t werden, d'aB nicht
doi:10.1007/bf02448744 fatcat:5qt5c7hx4feqbnyr2vxgqs2jla