Zur Constitution der Platinbasen

S. M. Jörgensen
1886 Journal für Praktische Chemie  
Znr Constitution der Platinbasen; yon S. M. Jorgensen. Dass diejenigen Metallammoniakv~lze , welcbe gleiche Aequivdente Metall und Ammoniak enthalten, als Ammoniumsalze aufgefasst werden kijnnen, in welchen ein Viertel des Wasserstoffs durch Metall substituirt ist, finden wir zuerst etwa 1840 von Graham') bestimmt ausgesprochen: Wie Chlorwasserstoff sich mit smmoniak zu Chlorammonium vereinigt, so nimmt wasserfreies Kupferchlorid, CuCI, , mit grijsster Begierde 2 Mol. Ammoniak auf; die
more » ... de Verbindung lasst sich hiernach a19 Salmiak betrachten, worin ein Viertel des Wasserstoffs durch Kupfer ersetzt ist, somit als clas Chlorid eines Radicals, welches Cuprammonium genannt werden kann. Wie aber hiernach diejenigen Metallammoniaksalze aufzufassen sind, welche mehr als 1 Mol. Ammoniak auf je ein Aequivalent Matall enthalten, dariiber spricht sich G r a h a m nicht aus. und man war beziiglich der Constitution solcher Verbindungen sehr in Verlegenheit Erst 1851 entwarf dann A. W. Hofmann3), obwohl mit grosser Vorsicht, den Gedanken, dass auch derartige Verbindungen als Ammoniumsalze aufgefasst werden konnten, wenn man nZimlich annahm, dass das Radical Ammonium auch den Wasserstoff im Ammonium vertreten konnte. Diese Idee hat sich eines weit lebhafteren Beifalles erfreut, als ihr Urheber selbst sich wahrscheinlich je gedacht hat, und ist der Ausgangspunkt einer Menge luftiger Phantasien geworden , besonders iiber die Constitution der Platin-und Kobaltammoniakverbindungen. Es muss jedoch bemerkt wrerden, dass wie jener Gedanke nie durch Versuche gestutzt worden ist, so fast keiner von den Vei-fassern, welche sich eingehender mit solchen Verbindungen experimentell be - l) In seinen E l e m e n t s of chemistry. 2, S. z. B. Graham's Lehrb., iiberaetzt von O t t o , 2, 741 (1840) 3, Philos. Trans. 1851, 2, 357. und a. m. 0. in Berzelius' Jahresb.
doi:10.1002/prac.18860330146 fatcat:obrwszagvna7zbgtprw4visdu4