Empirische Arbeit: Zur Erfassung fragwürdiger Überzeugungen zu Bildungsthemen: Entwicklung und erste Überprüfung des Questionable Beliefs in Education-Inventars (QUEBEC)

Jana Asberger, Eva Thomm, Johannes Bauer
2020 Psychologie in Erziehung und Unterricht  
Zusammenfassung: Bei der Übermittlung von Lehrkrafterwartungen auf Schülerinnen-und Schülerleistungen wird von einem komplexen Wirkungszusammenhang ausgegangen. Unterrichtsprozesse (z. B. kognitive Aktivierung) sowie Schülerinnen-und Schülerperzeptionen, aber auch das Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern spielen bei diesem Wirkungszusammenhang eine bedeutende Rolle. Der vorliegende Beitrag möchte -basierend auf Daten von 509 Grundschülerinnen und -schülern -empirisch prüfen, inwieweit
more » ... rüfen, inwieweit die kognitive Aktivierung, die schülerinnen-und schülerperzipierte Leistungserwartung sowie das Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern Mediatoren für die Leistungserwartung von Lehrkräften darstellen. Die Ergebnisse zeigen statistisch bedeutsame Zusammenhänge zwischen den eben genannten Variablen (Leistungserwartung, kognitive Aktivierung, schülerinnen-und schülerperzipierte Leistungserwartung, Selbstkonzept sowie Mathematikleistung von Schülerinnen und Schülern). Der Zusammenhang zwischen der Leistungserwartung und der kognitiven Aktivierung war jedoch wider Erwarten negativ. Die schülerinnen-und schülerperzipierte Leistungserwartung stellt sich als eine Schlüsselstelle im Wirkungszusammenhang heraus, was in Bezug auf die Bedeutung für das Unterrichtshandeln von Lehrkräften diskutiert wird. Schlüsselbegriffe: Leistungserwartung von Lehrkräften, Mathematikleistung von Schülerinnen und Schülern, schülerinnen-und schülerperzipierte Leistungserwartung, Wirkungszusammenhang The complex interdependency between primary school teacher's expectation and students' achievement in mathematics Summary: A complex interrelationship of effects is assumed in the transfer of teachers' expectations on student achievement. Instructional processes (e.g. cognitive activation) and student perceptions as well as students' self-concept play an important role in conveying teachers' expectations on student achievement. Based on data of 509 primary school students, the present article aims to empirically examine the extent to which cognitive activation, student-perceived expectations and students' self-concept are mediators for teachers' expectations. The results show statistically significant correlations between the variables mentioned above (teachers' expectation, cognitive activation, student-perceived expectation, self-concept and mathematical achievement of students). However, the relationship between teachers' expectation and cognitive activation is negative. The studentperceived expectation turns out to be a key point in the interdependency, which is discussed with regard to the significance for teaching.
doi:10.2378/peu2020.art25d fatcat:n7t7zgdtnfeftgseor222mydri