Fehringer, Alfons: Die Klosterpfarrei : der Pfarrdienst der Ordensgeistlichen nach geltendem Recht mit einem geschichtlichen Überblick. - Paderborn: Schöningh, 1958

Laurentius Köster
2014
Fehringer, Alfons, Die Klosterpfarrei. Der Pfarrdienst der Ordensgeistlichen nach geltendem Recht mit einem geschichtlichen Uberblick. Paderborn, Schöningh, 1958. Gr.-8°, 175 S. -Kart. DM 13,-. Der Codex Iuris Canonici hat die Klosterpfarreien noch stiefmütterlich behandelt. Nur drei Canones (609, 630-31) widmet er ihnen direkt und unmittelbar. Aber insbesondere Buchbesprechungen 249 seit Ausgang des ersten Weltkrieges haben sie sich fast überall so stark vermehrt, daß der vorliegende
more » ... rliegende Fragenkomplex heute allgemeine Bedeutung hat. Schon längst verlangte man nach einem Buch, in welchem auf Grund der zerstreuten einschlägigen Bestimmungen eine Gesamtschau des Rechtes der Klosterpfarreien dargeboten würde. Hier ist es. Der Vf. hat die bereits erschienenen Monographien und Aufsätze über Einzelfragen in den Zeitschriften und die kurz gedrängten Übersichten in den Handbüchern, insgesamt 150 Werke, gut durchgearbeitet, hat aber nicht nur gesammelt und nebeneinandergestellt, sondern verglichen, noch offene Fragen zu klären versucht und vor allem sich daran gemacht, die noch vorhandenen Lücken zu schließen. Was er sich vornahm, nämlich »das Recht der klösterlichen Pfarrtätigkeit möglichst erschöpfend zu behandeln«, ist ihm gelungen. Freilich, ein »Handbuch für die Verwaltungspraxis« ist es noch nicht geworden. Dafür steht es zu sehr im Anfang; der Vf. kommt zu sehr von der Wissenschaft her, ist kein Praktiker. Doch auch so handelt es sich um ein Werk, das in keiner Diözesankurie, in keinem Provinzialat einer Priesterordensgenossenschaft und vor allem in keinem Klosterpfarramt fehlen sollte. Für lange Zeit wird es voraussichtlich maßgeblich sein und die Praxis beeinflussen. Die Abhandlung wurde von Professor Dr. Audomar Scheuermann angeregt und gefördert und auch von Professor Dr. Philipp Hofmeister liebevoll beeinflußt. Das Kanonistische Institut in München hat mit dieser Veröffentlichung aufs neue gezeigt, daß unter beistehender Patenschaft der zuständigen Professoren auch wissenschaftliche Erstlingsarbeiten schon sehr wertvoll sein können. Das Werk hat zwei Teile, einen geschichtlichen (S. 23-76) und einen systematischen. §7 handelt über die dreifache heute mögliche Verbindung von Kloster und Pfarrei, § 8 über die Gründung einer Klosterpfarrei. Eine Pfarrei ohne Pfründe, die ja im Notfall möglich ist, kann der Bischof, wie uns scheint, nach dem Allgemeinrecht ohne Befragen Roms einer Ordensgenossenschaft anvertrauen (vgl. S. 85-86). Es ist zwar wahr, daß kein Gesetz die Zustimmung des Domkapitels zum Pfarrvertrag verlangt (S. 90-91), wohl aber der Stylus Curiae Romanae. Eine deutsche Diözese wurde noch in letzter Zeit darauf hingewiesen. § 9 behandelt Veränderung und Aufhebung der Klosterpfarrei. Die halbeinverleibte und die nichteinverleibte Klosterpfarrei sind zwar weltgeistlich und ihre Verlegung steht deshalb an sich dem Bischof zu (S. 94). Aber ein guter Pfarrvertrag wird gerade diese Frage regeln, und dann sind beide Parteien an die Abmachung gebunden. In
doi:10.5282/mthz/928 fatcat:rbowsaoapva7hdhwrs3rosmcka