Das Verhalten der unteren Sakralsegmente bei zentralen Sensibilitätsstörungen

J. P. Karplus
1918 Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie  
Mit 18 Textabbildungen. l. Literat ur-l~bersicht. Im Jahre 1906 haben Head und Thompson 1) nachdrticklich darauf hingewiesen, dab bei Rtickenmarksaffektionen die Sensibilitat gerade in den Sakralsegmenten erhalten bleiben kann, wahrend sie in den fibrigen Rfiekenmarksegmenten vollstandig verlorengegangen ist. Ja sie heben hervor, dab diese sakrale Aussparung jedem erfahrenen Beobachter aufgefallen sein mtisse. Auch in Fallen yon Brown-S dquardschem Typus haben die beiden Autoren dieses
more » ... gesehen und sie fiihren einige charakteristische Falle an. Zusammenfassend sagen Head und Thompson: Es ist daher wahrscheinlich, dab in der Cervicalregion die Impulse yore caudalen KSrperende (sacral segments) nach Kreuzung der Seite aufwartsziehen in Bahnen, die g e tre n n t sind yon denen ftir die sensorischen Impulse vonder Lumbalund Thorakalregion. Diese Bahnen mtissen eine lamellare Anordnung zeigen, da eine Verletzung die eine Gattung derImpulse unterbreehen und dabei die andere unbeschadigt lassen kann. Die Tatsache der gelegentlichen Aussparung der Sakralsegmente war wirklich schon friiheren Autoren aufgefallen, doch scheinen Head und Thompson die ersten gewesen zu sein, welche sie entsprechend hervorgehoben und ihre Bedcutung zu wtirdigen versucht haben. Unter ihren Vorgaugern weise ich auf Bruns 2) hin, der bei Besprechung eines Falles von Rtickennmrkstumor mit Aussparung der Sakralsegmente die Meinung vertritt, da[~ derartige Falle fiir die Entscheidung der Frage 1) H. Head and Th. Thompson, The grouping of afferent impulses within the spinal cord. Brain, 29, 1906. 2) L. Bruns, Uber einen Fall yon metastatischem Carcinom an der Innen-fli~che der Dura mater cervicalis usw. Archiv. f. Psych. u. Nervenkrankh. :~1, 1899. Z. f. d. g. Neut. u. Psych. O. XLL 20
doi:10.1007/bf02874484 fatcat:srisep7o7faa3najazbvjobzpq