Ueber die Wirkung der Voltaischen Elektricität auf Alkohol, Aether und wässerige Auflösungen

Arthur Connel
1835 Journal für Praktische Chemie  
E 1 e k,t r o c h e m i e. Cieber die FVi;il*kung der V o 1 raisclten Eleklricitut Alkohol, Aeliter eaid tousserige Auflosimgen, Yon Aa~iinn COSXEL. ( h o s the Transactions of the royal society of Edinburgh Vol. YIII.) Ich wurde zu diesen Untersuchungen durch die Bemerkung veranlasst , dass, wenn ich lileine Qnantitiiten gewisser SubstanZen in Alkohol aiifloste und die Vol t a i sche Elektrlcitit mit mzssiger &aft RUP die Aufliisungen mir!ten liesa, deutliehe Wirkur~gen von Zersetzucg durch
more » ... Zersetzucg durch die Entwickelung elastischer Pliissiglieit am neg'wtiven Pole hervortraten. Die Erforschung der Natur der hervorgebrachten Verlnderungen fiihrte mich zu einer meitern Untersuchnng uber die Wirkuag der V o 1 t r ischen Elektri&it auf verscbiedene Aufliisungen in Alkohol, und auch uber die Wirknng stiirkerer gdvanischa Raticrien ruP reinen Alkohol und Aether. Endlich wurde ich datlurch in ein Feld von Untersuchungen gefuhrt, das ich nioht von selbst betreten haben wiirde, nLmlich die Zersetzung wiissriger Aufliisungen, vermittelst der V o 1 taischen Elektricitit, iiber die kiirzlicli ein ausgezeichneter Gelehrter mit so vie1 E rfolg Untersucliungen angestcllt hat. Ich will in dieser Abhandlung die Versuche beschreiben, die ich uber diese vershiedencn Gegenstinde angestellt habe, und die Resultate und Ansichten, auP die ich dadurch gekommen bin. Ich werde mit der W-irkung der VolCaischen Elektricitiit auP Al!iohol nnd Aether beginnen, und da ich im Stande zu sein hoffe, einige Folgerungen, in Rezug auf die verschiedenen Theurien, die man in neuerer Zeit iiber die Zusammensctzuiig dieser Fliissigkeiten f 68 Co n II t'1, iiber elektrochcmische Zzrsctzungm. rrufgestcllt !rat, abzulclten, so muss ieh bei k,esciireibnoq der dariibcr angcstcllten Versuelic in tlas Gleinste Detail eingelien. Denn nur dnrch eine schr sorgfiiltigc Betraclitung der nus dcn Vcrsuchen hcrvorgehenden Rwdtate I m n man zu eiiiem Urtheile uber die Giiltiglieit der Wilusse gclangeu. I . W i r k t m g drr V O C t n i sr:cr?a ElektriLitiit nzrf d l k o h o i . Ich fand, (lass, wenn die Voltaische Siiale auf All;ohol von 0 9 3 spec. Gerv., worin y'"o rcines Ltzendes I<aIi aur-geIiist W W , wirkte, wobei die Polo aus Plntinblec?i bcstandcn und einander in eincin offcnen GeCisse nalie gebracht w o r t h wnren, sicb am negativen PoIe Gas cotwickelte, wilirend am positiven gxiz nnd gar lieines sich zeigte. Ein m:;s-,sigcr V o 1 I a i scher Strom, wic dcr einer IJeinen Battcrie VOII h rzig Paaren zmeizu!:iger Plattcn , war vijllig Iiinreicl~c:~d rlicse W i r l w g Iiervorzubringcn. Diescr Versuch erinnertc mich soglcicli an eine von Dr. R i t ch ie%) vor ein oder zwei Jdi-Fen aurgestcllte Behnuptung, daes , wenn nuC Alkoliol , worin keinc Substiinx aufgclijst ist, vcnnittelst ciilcr stariien q~Iva~ii,;clien Batterie gewirlit wiirde, sich am negativen Pole Gas eritwickcle , miihrend sich ltcins am positiven zeige und class clas nuf diesc Weise entmicke!tc Gas blbildendcs sei j IFOKWS Dr. IPitchie scl~loss, dass der Alkohol in ulbildendcs Gas uatl Wasser zersetzt morclen sci. Da nun ewiscl~cn den beitfen Beobachtungen augenscheinlich eine grosse Analogie Stnlt fanil, so Iiam ich dadurch von selbst auf die Vermuthung, dass dns bei meinem Versuche am negativen Pole entrviclrelte Gas GI-~iiIilendes sei. Aber eine Untersuchnng desselben iiberzeugte mich bald, (lass diess nicht der Pall mar. Das Gas 1%-urde ganz einfach dadurch gesammelt, dass dns negative Blecli unter eine mit Rllioliol, worin ungcbilir y400 Kali aufgclikt \+T:ir, gefiillte IZijlire gebmcht wurdc, die in eine dieseibe Fliissigkeit enthaltende Abdampfsciiale gestellt war. Cer dsbei nngewendete eleldrische Strom wurde zuweiien durcli ruufzig panr zweizijlliger und in anderen Piillen durch siebcnzig P a x vicrxijlljger Ylatten entwic!;elt. Es eatwickeke sich hein Gas am positiven Pole. Ein wenig am negativen Pole entmickeltcs Gas wurde mit dreimal soviel Chlor gemiselit und die Mischung in eincm dunh:en Zimmer uber IVasser gclassesi. Binnen eitligen Stu:~den war das gniize rinza rerwenrlete C i t h Con n e 1, iiber elelrtrochemische Zersetzungen. i 69 nbsorbirt, ohne dnss sich die geringste Spur von Bildung einer "ligen Substanz zeigte j und in vierundzwanzig Stunden kam keine w-eitere Absorption vor. Das zuriickbleihende Gas war entziindlich. Kurz das Chlor hatte das urspriingliche Gas nioht verlndert, und es mar daher kein Glbidendes. Ich untersuchte daraiif dasselbe auf die gewiihnliche Weise, vermittelst des Voltaischen Eudiometers, ui~d fiberzeugte mich nach wiederholten Versuchen , dass es aus veriinderlichen Mengen von Wasserptoff und atmospbiirischer Luft, oder vielmehr aus den Bestandtheilen der atmosphiirischen Luft i n auch etmas veranderlichen rclativen Quantititen bestehe. Aus diesem Resultate zog ich den Schluss, dass das am negativen Pole unter dem angemessenen galvanischen Einflusse gebildete Gas reines Wasserstofrgm aei, ulld dass der Sauerstolf urid Stickstoff blos vou Alkobol in A u C 1Gsung gehalten wurde und mit dem WnsserstofTgas auC die Weise frei geworden war, wie es bekanntlich der Fall ist, wenn ein Gas durch eine Fliissigkeit geht, in der eine andre elastische Fliissiglieit anfgeliist ist. Als daher der Versuch ohne Zutritt atmosplrirrischer Luft in einer verschlossenen Riihre, wie Fig. I., angestellt wurde, 80 war dns Verhiltniss der mit dem Wasuerstoffgns gemisehten ntmosph:irischen Luft sehr vermindert j' und wenn ich die Voltaimhe Elektricitst blos aur anderthalb Drachmen der io einer Iileinen Rijhre, Fig. 2., eicgeschlossenen Fliissigkeit wirken liess, und die Flussiglreit, ehe die galvaniwhe Wirkung hegann , urn die gemeiue L u R davon abzusonderri, in den luftleeren Raum einer Luftpumpe setzte: so erhielt ich ein Gas, das nnch seiner Verlnischung mit halb so vie1 Bauerstoff und nach seiner Ent~iindung durch den elektrischen Funken, nach der ExplosioR keinen merklichen Riickstand iibrig liess, und daher reines Wasserstolrps war. Legte ich die Bleche auf die Art, wie es bei diescm letzten Versuche geschehen war, mit ihren Seiteti neben einander, so vermehrte sich die LWenge des frei gewotdenen Gases betrichtlich. Als ich Alliohol von 0,7928 speciEscheni Gewichte bei 660 F. gebrauchte, erhielt ich gerade dasselbe Resultat, das sich mit Alkohol von 0,830 specifischem Gewichte ergeben hatte. Aiiderthalb Drachmen Alkohol von 0,7928 spec. Getvicht worin voii Journ. f. prakt. Chemie. V. 3.
doi:10.1002/prac.18350050121 fatcat:y7sz7aq2hvcjvoybu5euxitu4m