Gewichtstafeln für Sterncataloge

A. Auwers
1899 Astronomical Notes - Astronomische Nachrichten  
In der folgenden Zusammenstellung sind die Ergebnisse enthalten, welche die Vergleichung des in erster Annilherung verbesserten Fundamentalcatalogs ftir die Zonenbeobachtungen der Astronomischen Gesellschaft und der ebenso verbesserten Oerter der 8 3 Sterne seine.r ersten sudlichen Fortsetzung mit den zur Verbesserung zugezogenen und einigen anderen Autoritaten fur die Feststellung des relativen Werthes der von denselben herruhrenden Einzelorter geliefert hat. Ich will diese Ergebnisse hier als
more » ... Ergebnisse hier als das ' mittheilen was sie sind: als solche einer moglichst gleichmassig fur das verfligbare Material durchgefuhtten Rechnung, welche den vorliegenden Daten hinlanglich Gentige zu leisten scheinen, fur der& Veranderung aber in vielen Fallen deshalb weiter Spielraum bleibt, weil das verfiigbare Material noch viel zu geringen Umfang hat um die nothige Anzahl von Daten mit solcher Sicherheit festzustellen, dass dieselben einerseits fur die Anlage der Rechnung im einzelnen Fall deutlich den Weg zu weisen, andererseits der Bestimmung der Constanten einer Ausgleichungsformel von annehmbar erscheinender Form grosse Genauigkeit zu verleihen vermochten. Im allgemeinen schatze ich indess die Unsicherheit der in den folgenden Tafeln aufgefuhrten Gewichtszahlen auf nicht niehr als etwa ein Viertel ihres Betrages. Damit reichen sie fur die allgemeine Classirung der verglichenen Cataloge aus, wenn auch im einzelnen vielfach, und zwar vornehmlich zwischen den hochwerthigen unter den Catalogen, die Rangfolge in Wirklichkeit eine andere sein mag als man sie nach den erwahnten Gewichtstafeln anzuordnen hatte,; .und praktisch wird es fast immer sehr nahe gleichgultig sein, ob man in Anbetracht dieses Umstandes vorziehes will, innerhalb einer jeden Classe das fur die zugehorigen Cataloge ini Durchschnitt aus den Tafeln sich ergebende Gewicht anzusetzen, oder ob man die Tafeln unmittelbar anwendet, wie ich es fur die weitere Verbesserung des A. G. C. beabsichtige. Die Erfordernisse dieser meiner eigenen Arbeit haben zu dern Versuch .einer allgemeinen Werthermittelung fur die Ortsbestimmungen der helleren Sterne von Bradley bis zur Gegenwart Anlass gegeben, dessen Ergebnisse die folgenden Tafehsind. So approximativ der Charakter dieser Ergebnisse auch nur sein kann, wird der Gebrauch der Tafeln, unmittelbar oder als Grundlage fur eine Classirung der Cataloge, dennoch die bis heute in den. Annahmen fur die Catalog gewichte vorherrschende Unsicherheit und Willkur wenigstens wesentlicb einzuschranken geeignet, und ihre gegenwartige Mittheilung deshalb gerechtfertigt sein. Jedoch muss man sich bei dem Gebrauch der Tafeln bewusst bleiben, dass dieselben ausschliesslich auf die Ortsbestimmungen von helleren Sternensolchen der ersten sechs Grossenclassengegrundet sind und die Anwendbarkeit ihrer Angaben auf die in den namlichen Catalogen vorkommenden Bestinirnungen teleskopischer Sterne daher erst noch gepriift werden muss. Uiese Prufung wird zweckmassig mit einer allgemeinen Werthbestimmung fur die grossen Zonencataloge zugleich vorzunehn~en sein, sobald erst fur eine solche die Zeit gekommen ist. -Die Schwierigkeit der Aufgabe der Gewichtsbestinimung fur einen Sterncatalog entspringt daher, dass der m.F. einer Position von mehreren Argumenten abhangt und aus verschiedenen Theilen besteht, von denen nicht von voru herein angenommen werden darf, dass sie sich in gleicher Weise mit diesen Argumenten oder einzelnen derselben andern. Als besouders verwickelt musste die Sachlage von vorn herein bei den Rectascensionen angesehen werden, jedoch vereinfachte sich die Aufgabe fur diese Coordinate durch die bei der zunachst immer zonenweise vorgenommenen Discussion sich ergebende Bemerkung, dass fur die grosse Mehrzahl der Cataloge die Voraussetzung einer Proportionalitat des Totalfehlers mit der Secante der Declination gestattet istwenigstens die unzweifelhaft thatsachlich vorhandenen Abweichungen von solcher Proportionalitat durch die ausgefuhrten Vergleichungen noch nicht nachgewiesen werden konntenund weiter durch den Urnstand, dass sich die Sicherheit der Rectascensionsbestimmungen rnit Annaherung an den Horizont fast durchweg nur langsam abnehmend, bis zii 70° oder selbst goo ZD. in der Regel erst wenig geringer als in mittleren Zenithdistanzen erwies. Ersterer Umstand gestattete es, die Gewichtstafeln fur Rectascension fur die grosse Mehrzahl der Cataloge in gleicher Art wie diejenigen fur Declination aufzustellen, allein rnit der Anzahl der Beobachtungen als Argument. Bei der Aufstellung von Specialtafeln ftir einige andere Cataloge, mit dem doppelten Argument Reobachtungszahl und Declination, hahen zum
doi:10.1002/asna.18991511502 fatcat:ovmkycriefezdmtcxqpqpzdaja