"Vergangene Zeiten nicht vergessen" – Brunnen, Bänke und Pflanzen

Herbert Billensteiner
2018
76 1. Der Leonhardsbrunnen In der Zeit der großen Erneuerung des Palmengartens von ungefähr 1980 bis 1988 war Gustav Schoser, damaliger Palmengarten-Direktor, stets voller Ideen im Garten unterwegs. Seine Absicht war es, den Palmengarten im Sinne des Gartengründers Heinrich Siesmayer umzugestalten. Der Garten sollte auf ein zeitgemäßes Niveau gebracht werden, ohne dabei die historisch gewachsene Struktur zu zerstören. Vom künstlich aufgeschütteten Hügel in der Nähe der Zeppelinallee im Norden
more » ... inallee im Norden des Gartens hatte man früher einen freien Ausblick auf den Taunus, weshalb dieser Hügel auch Taunusblick genannt wurde. Gustav Schoser stellte sich, da der Taunus nun nicht mehr sichtbar war, einen Brunnen als Blickfang vor. Es wurden deshalb im Rhein-Main-Gebiet eine Reihe noch existierender alter Brunnen analysiert und fotografi ert. Aus all diesen Fotovorlagen wurde ein neuer Zierbrunnen mit historischem Aussehen konzipiert. Details wurden genau überlegt; der Frankfurter Adler musste sein, steht doch der Brunnen an der ehemaligen Stadtgrenze zwischen der freien Reichsstadt Frankfurt am Main und dem früher zur Grafschaft Hessen-Hanau gehörenden Ort Bockenheim, heute ein Frankfurter Stadtteil. Die Steinmetzfi rma Kohlmann in Bockenheim führte alle Arbeiten durch und stellte den Brunnen 1984 an seinen heutigen Platz. Der Brunnen ist auch an eine Wasserleitung angeschlossen. Die beiden Basaltsäulen neben dem Brunnen dienen nicht nur zum Schutz des Bauwerks, früher waren derartige Brunnensäulen in erster Linie eine Abstellmöglichkeit für Tragekörbe. Da sich der Brunnen relativ versteckt in einer Gartenecke in der Nähe mittlerweile recht stattlicher Mammutbäume befi ndet, wird
doi:10.21248/palmengarten.191 fatcat:ocqoq7xjrjgdbibcd5zxrxhfra