Einfluss nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) auf die Proteinexpression von Neuroblastomzellen

Detlef Fründ, Pharmakologie Und Toxikologie, Kuschinsky, Klaus (Prof. Dr.)
2011
In vielen epidemiologischen und Placebo-kontrollierten randomisierten Studien, in unterschiedlichsten Tier- und Zell-Modellen wurde bereits die Tumorgenese-hemmende und Apoptose-induzierende Wirkung der Wirkstoffklasse der NSAR belegt. Dabei wurden und werden verschiedene Mechanismen, die im Zusammenhang mit der Hemmung der Proliferation und Einleitung des apoptotischen Zelltods stehen, diskutiert. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde die beschriebene Wirkung der NSAR am Beispiel des
more » ... eispiel des nicht-selektiven Cox-1/Cox-2-Hemmers Flufenaminsäure an einer Neuroblastom-Zelllinie untersucht und bestätigt. So haben relativ unspezifische Versuche, wie MTT-Tests und Untersuchungen der Zellmorphologie, die hemmende Wirkung von Flufenaminsäure auf die Vitalität, Aktivität und Proliferation der Neuroblastomzellen der Zelllinie KELLY belegt. Spezifischere Untersuchungen, wie Apoptose-Tests mit Acridinorange und Ethidiumbromid (AO/EB-Färbung) und FACS-Analysen mit Propidiumjodid, haben gezeigt, dass die Neuroblastomzellen unter dem Einfluss von Flufenaminsäure bei entsprechender Konzentration die Apoptose einleiten. Die für die Proteomanalysen gewählte Konzentration von 500 µM Flufenaminsäure, für die bei den beschriebenen Versuchen deutliche Effekte zu beobachten waren, lag dabei deutlich über der für die Cyclooxygenase-Hemmung notwendigen Konzentration, was auf der Annahme beruht, dass die pro-apoptotische Wirkung auch auf Cyclooxygenase-unabhängige Mechanismen, die erst auf höhere Konzentrationen ansprechen, zurückzuführen ist. So wurden bei den Proteomanalysen der Neuroblastomzellen, die über 3 h, 6 h, 9 h und 12 h mit 500 µM Flufenaminsäure behandelt wurden, zwölf Proteine differentiell zur Kontroll-Gruppe reguliert, für die ein Zusammenhang mit der Hemmung der Cyclooxygenasen bisher nicht bekannt ist, und von denen nur drei, nämlich Hsp75, Hsc70/54 und Lbp, direkt oder indirekt in Verbindung mit einem NSAR erwähnt werden. Die Gruppe dieser identifizierten Proteine kann man als recht heterogen bezeichnen. So sind die drei P [...]
doi:10.17192/z2006.0916 fatcat:45oqfe6uurb4zg6unumar24wie