Biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft

Uwe Starfinger, Gritta Schrader
2012 unpublished
Zusammenfassung Biologische Invasionen gelten weltweit als eine der wesentlichen Gefährdungsursachen für die biologische Vielfalt. Sie werden auch in Europa verstärkt als Problem wahrgenommen, so dass hier die Vorsorge stärker entwickelt werden soll. National und international sind sowohl der Umwelt-als auch der Landwirtschaftssektor betroffen. Gerade invasive Pflanzenarten zeigen dies, da sie Regelungsbereiche des Naturschutzes (Biodiversitätskonvention, BNatSchG), als auch der Landwirtschaft
more » ... der Landwirtschaft (Internationales Pflanzenschutzüberein-kommen) betreffen. Eine besondere Rolle bei der Minderung der Gefahren kommt der Prävention zu, also z.B. der Verhinderung der Einschleppung neuer invasiver Arten oder der Vermeidung der Verwendung bestimmter Arten in Risikosituationen. Für die Umsetzung von Prävention spielen internationale und nationale rechtliche Regelungen, freiwillige Selbstbeschränkungen und die Öffentlichkeitsarbeit über die Risiken eine Rolle. Ein Kernpunkt ist die Unterscheidung von sicheren und risikoreichen Aktivitäten im Handel und bei der Verwendung von Pflanzenarten, dafür ist das Instrument der phytosanitären Risikoanalyse stetig weiterentwickelt worden. Abstract Biological invasions are recognised as one of the biggest threats for biological diversity world wide. Also in Europe the awareness of this threat is recently increasing. Invasive plants in particular call for the reaction of both the environmental sector (nature conservation acts, CBD) and the agricultural (i.e. plant health, IPPC) sector. Most important is the prevention of new invasions triggered by human activities. This is the aim of legal measures, public awareness campaigns and the formulation and application of voluntary codes of conduct, e.g. in the gardening industry. The key instrument to decide which species should be targeted by policies against invasive species is the phytosanitary risk assessment (PRA) that is constantly being developed further, e.g. by the European Plant Protection Organisation (EPPO). Einleitung Unter den wissenschaftlichen Arbeiten des Julius Kühn-Instituts zum Themenkomplex Biologische Vielfalt gibt es neben einem Fokus auf bestimmte Elemente der Biodiversität (z.B. Artengruppen) und ihre Lebensbedingungen auch Arbeiten zu bestimmten Bedrohungsfaktoren. Hierher gehören die Arbeiten am Institut für Pflanzengesundheit zu den Gefahren der Ein-und Verschleppung von Schadorganismen von Pflanzen. Diese Organismen können neben wirtschaftlichen Schäden auch, bei einigen sogar in erster Linie, ökologische Schäden auslösen und damit die Biodiversität bedrohen. Das Thema invasive Arten betrifft deshalb neben dem Umwelt-und Naturschutzsektor in erheblichem Maße den Bereich Pflanzengesundheit/Pflanzenquarantäne und den Landwirtschaftssektor. Dies trifft in besonderer Weise auf invasive Pflanzen zu, wie hier erläutert wird.
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