"Rente mit 67" – Die überschätzte wie unterschätzte Reform

Bert Rürup
2011 Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung  
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more » ... von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. zusammenfassung: Seit Jahren wird jedes neugeborene Kind im Durchschnitt drei Monate älter als ein Neugeborenes des Vorjahres. Dieser Lebenserwartungsgewinn von sechs Stunden am Tag schlägt sich -bei konstantem Renteneintrittsalter -in steigenden Rentenlaufzeiten nieder. Die "Rente mit 67" versucht, einen großen Teil dieser Kosten durch eine Verlängerung der Erwerbsphase aufzufangen. Die "Rente mit 67" ist allerdings weit mehr als eine Maßnhme zur Dämpfung des demografisch bedingten Beitragssatzanstiegs in der Gesetzlichen Rentenversicherung. Mindestens genauso wichtig -aber unterschätzt -sind die mit dieser Maßnahme verbundenen Wirkungen auf das Produktpotenzial, durch die die wachstumsdämpfenden Konsequenzen der Bevölkerungsalterung für einen langen Zeitraum merklich reduziert werden. summary: A new born child has on average a three months longer life expectancy than a newborn of the previous year. Consequences of these gains in life expectancy are-in the case of a constant statutory retirement age-increasing pay-out-periods in the PAYGS. The retirement age of 67 tries to cover the resulting higher costs by a longer working period. However, the retirement age of 67 is far more than a method to dampen increasing pension contributions as a result of the demographic aging. Perhaps more important are the effects on the potential output. The increase of the retirement age will reduce the growth-dampening consequences of a shrinking labour force caused by the low birth rate for a long period of time.
doi:10.3790/vjh.80.2.53 fatcat:uk6s65ewr5a57er25wtuxg436e